Ehemaliger Rennertehäuser Wolfgang Jost (84) mit dem E-Bike im Edertal unterwegs

Der Kindheit auf der Spur

E-Biker: Die vier rüstigen E-Biker aus Bad Nauheim, alle mit Helm auf dem Kopf, vor dem Geburtshaus von Wolfgang Jost (6. von links) in Rennertehausen. Mit auf dem Foto alte Bekannte wie Luise Jakobi (3. von links), Luise Pauli (7. von links) und Karl Briel (2. von rechts) und die „Rennertehäuser Reisebetreuung“: Gertrud, Walter, Elli und Heinrich Sellman sowie Erika und Helmut Dahmer. Foto: Arnold

Rennertehausen. Der 84- jährige ehemalige Oberstudienrat Wolfgang Jost aus Bad Homburg ist mit Freunden auf dem E-Bike unterwegs im Edertal. In vier Etappen fahren die rüstigen Seniorinnen und Senioren die 181 Kilometer von der Ederquelle bis nach Waldeck am Edersee.

Seit Jahrzehnten haben sie gemeinsam mit dem Fahrrad viele Landschaften Deutschlands und Europas durchquert, bevor man jetzt altersbedingt doch auf das E-Bike umsteigen musste. Diesmal den Ederradweg zu wählen, hat seinen besonderen Grund: Wolfgang Jost möchte den Freunden seine Spuren im Edertal aufzeigen, die ihn in seiner Kindheit geprägt haben. Hierzu hatte Walter Sellmann die „heimatkundige Führung“ im oberen Edertal übernommen und begleitete die Gruppe auf dem Fahrrad bis nach Rennertehausen.

Jost wurde 1928 in Rennertehausen im damaligen Schulhaus, jetzt „Annelnses Haus“, in der Mühlenstraße geboren. Seine Eltern waren das Ehepaar Elisabeth und Herrmann Jost, der zu den Mitbegründern des SV 1923 Rennertehausen gehörte und Lehrer in Rennertehausen war. Wolfgang Jost Großvater Heinrich Lenz, ebenfalls Lehrer, begann seine berufliche Tätigkeit in Dodenau. Danach unterrichtete er 35 Jahre in Rennertehausen und übernahm später die Hauptlehrerstelle in Allendorf. Die pädagogische und kulturelle Lebensleistung des Großvaters würdigte die damalige selbstständige Gemeinde Rennertehausen mit der Verleihung der bisher einzigen Ehrenbürgerschaft und benannte eine Straße nach ihm – die „Heinrich-Lenz-Straße“.

Dem Geburtsort verbunden

Nachdem die Familie Jost nach Bad Homburg umgezogen war, blieb Wolfgang seinem Geburtsort auch weiterhin verbunden und verbrachte in seiner Kind- und Jugendzeit fast alle Ferien in Rennertehausen.

Aus dieser Zeit gibt es noch Freundschaften in Battenfeld, von wo seine Großmutter Helene stammte, und aus Allendorf und Rennertehausen, die er nun bei seinem Zwischenstopp im oberen Edertal wiedertraf. „Hier oben im zweiten Stock, da bin ich geboren“, sagte Jost, als die Gruppe an seinem Geburtshaus in Rennertehausen angekommen war. Ein Höhepunkt war dann der gemeinsame Besuch des „Lenz-Zimmers“ mit Walter und Heinrich Sellmann, das zur Erinnerung an den Rennertehäuser Ehrenbürger von ihnen im Heimatmuseum eingerichtet worden war.

Nach dem Gang zum Grab seiner Großeltern auf dem Friedhof in Rennertehausen ging es für Wolfgang Jost und seine Begleiter weiter zum nächsten Etappenziel Frankenberg, wo in einem Hotel übernachtet wurde.

Von Willi Arnold

Quelle: HNA

Kommentare