Burgwald

Kirchenbau, Mönche und ein Heiliger

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- Haina/Kloster (apa). Es ist ein Standardwerk für Wissenschaftler. Der frühere Hainaer Pfarrer und Historiker Dr. Arnd Friedrich hat einen ausführlichen Beitrag über das Kloster verfasst, aus dem sogar ein Heiliger hervorgegangen ist.

Im März wurden zwei Bände der Reihe vorgestellt, die sich mit den Klöstern benediktinischer Herkunft in Hessen und Thüringen befassen. In dieser Sammlung spielt das Kloster Haina eine gewichtige Rolle; nur das Kloster Eberbach wird noch ausführlicher behandelt. Obwohl Dr. Arnd Friedrich ein Fachmann ist, wenn es um die Geschichte des späteren Hospitals geht, musste auch er viel Arbeit investieren: Rund ein Jahr hat er gebraucht, um Informationen zu sammeln und in die vorgegebenen Rubriken einzuordnen (siehe Kasten). Der etwa 70 Seiten starke Beitrag in der „Germania Benedictina“ ist der krönende Abschluss seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Klostergeschichte. „Es erhebt Anspruch auf Vollständigkeit“, sagt Friedrich.

Von besonderer Bedeutung für den promovierten Historiker war dabei das Urkundenbuch des Klosters, dessen drei Bände etwa 2000 Urkunden umfassen. Er habe sich sehr auf diese Dokumente gestützt, sagt Friedrich. Besonders zum Thema „soziale Verhältnisse“ war bisher recht wenig bekannt. Durch die lateinischen Schriften konnte er zum Beispiel ein Bild davon zeichnen, wie die Bauarbeiten am Kloster vonstatten gingen – schließlich bauten die Mönche das Kloster selbst: In den Urkunden fand er Hinweise auf die „Magister operis“ – also die Architekten, die Konventualen, die den Gelehrten entsprachen, und Konversen, die als Handwerker eingesetzt waren. „Hin und wieder findet man in den Dokumenten Brüder, die mitgewirkt haben“, beschreibt Friedrich. Auch über die Herkunft einiger einfacher Mönche, die meist aus der Umgebung stammten, erfuhr Friedrich etwas aus den Dokumenten.

Über den Adel und die hohe Geistlichkeit sind viele Informationen vorhanden. Einer von ihnen spielt in der Hainaer Kirchengeschichte eine besondere Rolle und wird auch in dem Beitrag in dem neuen Buch erwähnt: Konrad von Hörnsheim. Der Frankenberger Chronist Wigand Gerstenberg bezeichnete ihn als dritten hessischen Heiligen neben Elisabeth und Landgraf Ludwig IV.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 15. April

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