Oberes Edertal

Kirchengemeinden analysieren ihre Lage

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- Biedenkopf (r). Was haben wir, was wünschen wir uns, welche Herausforderungen liegen vor uns? Mit diesen Fragen haben sich die evangelischen Kirchengemeinden aus dem oberen Edertal, die zum Dekanat Biedenkopf gehören, in den vergangenen Monaten beschäftigt. Beim ersten „Meilensteintag“ stellten sie sich gegenseitig die Ergebnisse ihrer Analysen vor und formulierten Aufgaben für die Zukunft.

Mit dem „Meilensteintag“ hatte das evangelische Dekanat gemeinsam mit dem zuständigen Institut der Landeskirche den ersten Abschnitt im „Regionalisierungsprozess“ markiert. Diesen Prozess hatten die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden unter dem Titel „Evangelisch an Lahn und Eder“ im April vergangenen Jahres gestartet. Ziel sei es, „die Gemeinden angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und schrumpfender finan­zieller Möglichkeiten zu stärken“, sagte Dr. Kerstin Söderblom, 
die vonseiten der Landeskirche den Prozess in Biedenkopf begleitet.

Die erste Phase des Projektes hatten die Kirchengemeinden und das Dekanat für eine Bestandsaufnahme genutzt. Aufgeteilt in vier regionale Gruppen – das „Obere Edertal“, das „Lahntal“, den „Breidenbacher Grund“ sowie die Gruppe „Dekanat“ – hatten sie den demografischen Wandel in ihren Dörfern und die Situation in den Kirchengemeinden unter die Lupe genommen. Dabei wurde jede Arbeitsgruppe von Experten der Landeskirche – beispielsweise von Statistikern oder Organisationsberatern – unterstützt.

Beim „Meilensteintag“ im evangelischen Gemeindehaus in Biedenkopf stellten die Gruppen sich gegenseitig die Ergebnisse ihrer Analysen vor. So hatten beispielsweise die Gemeinden aus dem Edertal verschiedene Stellungnahmen von 
Gemeindegliedern gesammelt, etwa aus dem Jugendbereich oder der Frauenarbeit. So ergänzten sie die Tabellen und Karten zum demografischen Wandel um die Stimmen der Menschen, die in den Dörfern die Angebote ihrer Kirchengemeinde nutzen.

Zu einem virtuellen Rundflug über das Dekanat luden Dekan Gerhard Failing und Präses Frank Schmitt bei der Vorstellung ihrer Gruppen-Ergebnisse. Anhand von Luftaufnahmen der Kirchengemeinden zeigten sie die „Vielfalt des kirchlichen Lebens in der Region“. Die regionalen Besonderheiten standen auch im Mittelpunkt beim Imbiss: jede Arbeitsgruppe hatte dazu eine heimische Spezialität beigesteuert. So konnten sich die rund 85 Besucher beispielsweise mit „Eierdatsch“ aus Hatzfeld oder „Knobelinchen“ aus Biedenkopf stärken.

Bis zur Sommerpause arbeiten die regionalen Arbeitsgruppen weiter an der Bestandsaufnahme ihrer Situation. Anschließend wollen sie konkrete Maßnahme entwickeln, wie die Kirchengemeinden sich für die Zukunft rüsten können.

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