Kita-Streik: Erzieher gingen in Frankenberg auf die Straße

Protest-Aktion: Etwa 80 Mitarbeiter aus dem heimischen Sozial- und Erziehungsdienst – darunter auch Kindertagesstätten – demonstrierten vor dem Frankenberger Landratsamt für eine bessere Anerkennung und Bezahlung ihrer Arbeit. Fotos: Hoffmeister

Frankenberg. Mit einem Protestzug durch die Innenstadt haben rund 80 Mitarbeiter aus dem Sozial- und Erziehungsdienst für eine eine deutlich bessere Bezahlung demonstriert.

In roten Streikwesten und mit großformatigen Transparenten skandierten die streikenden Mitarbeiter „Aufwertung jetzt!“ und bekräftigten ihre Forderungen mit Megafon-Durchsagen, Trommelschlägen und Trillerpfeifen. Mit drei Streifenwagen sicherte die Frankenberger Polizei den Protestzug, der an den Kitas Schwalbennest und Linnertor, am Lebenshilfe-Wohnheim Hohler Weg und am Treffpunkt vorbei führte, um „solidarische Grüße zu überbringen“, wie Frank Lange, Gewerkschaftssekretär von verdi-Nordhessen, erklärte.

Von dem Streik betroffen waren laut verdi die Lebenshilfe-Kindertagesstätten in Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach, die Behinderten-Werkstätten in Rocklinghausen, Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen, die Heilpädagogischen Einrichtungen von Vitos Haina und die Kindertagesstätte in Hatzfeld. „Für unsere Krippenkinder gibt es eine Notgruppe, für die Kita gelten eingeschränkte Öffnungszeiten“, erklärte eine Erzieherin der HNA.

Am Megafon: DGB-Sekretär Holger Kindler (links) und Frank Lange, Gewerkschaftssekretär von verdi-Nordhessen.

„Die Argumente sind längst auf unserer Seite“, sagte DGB-Sekretär Holger Kindler in einer kämpferischen Rede. „Eigentlich sind sich alle einig, dass der Sozial- und Erziehungsdienst aufgewertet werden muss.“ Umstritten sei allerdings, mehr die Mehrkosten tragen solle. Lebenshilfe-Betriebsratsmitglied Mayk Wagner sieht „Land und Bund in der Pflicht“. Die Mehrkosten sollten nicht den gebeutelten Kommunen aufgebürdet werden, denen das Land „schon 340 Millionen Euro entzogen hat“.

An die Bürgermeister, Landrat Dr. Kubat und Lebenshilfe-Geschäftsführer Wolfgang Werner appellierten die DGB- und verdi-Funktionäre, „sich an die kommunalen Arbeitgeberverbände zu wenden und wieder auf verdi zuzugehen“. Bürgermeister und Landrat sollten sich dafür stark machen, dass soziale Berufe aufgewertet würden und den Stellenwert erhielten, der ihnen in der Gesellschaft auch zustehe, betonten die Gewerkschafter. Mitglieder der Partei „Die Linke“ drückten während der Kundgebung ihre Solidarität mit den Streikenden aus.

„Es wurden Milliarden ausgegeben, um Banken zu retten“, sagte Holger Willhardt, Sprecher der verdi-Betriebsgruppe von Vitos Haina. „Das Geld ist da. Es geht nur darum, wie es verwendet wird.“

Ein Ende der Kita-Streiks hat die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gefordert. „Die Streiks bringen keinerlei inhaltliche Bewegung“, sagte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. „In keinem Punkt“ seien die Gewerkschaften von ihren Maximalforderungen abgewichen. Gleichwohl seien die Arbeitgeber „jederzeit und ohne Vorbedingungen zu Verhandlungen bereit“.

Quelle: HNA

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