Verhandlung wegen Körperverletzung

Unerwartete Wende: Prozess endet für Kläger in Handschellen

Frankenberger Land. Eigentlich sollte es eine „normale“ Verhandlung wegen Körperverletzung im Frankenberger Amtsgericht werden. Am Ende wurde daraus ein siebenstündiger Gerichtsmarathon.

Ein 17-jähriger Mann ist zu vier Wochen „Warnschuss-Arrest“, seine 35-jährige Schwester zu acht Monaten auf Bewährung und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Beide waren wegen tätlicher Angriffe auf den früheren Lebensgefährten der Frau angeklagt.

Die Vorfälle ereigneten sich am 1. November 2012. Die 35-Jährige habe ihrem ehemaligen Partner beim Jugendamt aufgelauert, um zu verhindern, dass er ein Besuchsrecht für die gemeinsamen Kinder erhält. Dabei sei es zu einem Handgemenge gekommen, in dessen Verlauf die Angeklagte den 35-Jährigen gebissen haben soll.

Bei einem späteren Aufeinandertreffen am selben Tag soll die Frau zusammen mit ihrem Bruder den Mann erneut angegriffen haben. Diesen Tathergang schilderte zumindest der Kläger, der daraufhin eine Strafanzeige gegen seine ehemalige Partnerin und deren 17-jährigen Bruder bei der Polizei stellte.

Als beide Parteien im Gericht aufeinander trafen, kam es zu lauten Auseinandersetzungen. Der Gerichtsbeamte musste zur Hilfe gerufen werden, um die Beteiligten zu trennen. Zur Unterstützung wurden weitere Polizisten angefordert. Dabei stellte sich heraus, dass ein Abschiebehaftbefehl gegen den gebürtigen türkischen Staatsbürger vorlag. Die Polizisten legten ihm Handschellen an und führten ihn für seine Aussage zurück in den Gerichtssaal.

Während die Zeugen für die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung vernommen wurden, zeichnete sich ab, dass es zwei sehr unterschiedliche Versionen zu den tätlichen Angriffen gibt. (bek)

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Quelle: HNA

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