Institut für Therapie und Pädagogik mit Klängen

Klangwelt in Rosenthals Stadtmitte

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Jochen Bischoff spielt eine indianische Trommel, während Helga Wagner eine Indianerflöte spielt. Im Hintergrund sind die chinesischen Gongs zu sehen, die die beiden für ihre Klangtherapien einsetzen.Foto: Patricia Kutsch

Rosenthal - In einem historischen Fachwerkhaus in Rosen­thals Stadtmitte eröffnen sich seit vergangenen Monat Klangwelten: Helga Wagner und Jochen Bischoff haben das alte Haus liebevoll saniert und gemütliche Räume eingerichtet, in denen Entspannung und Musik im Zentrum stehen.

Chinesische Gongs, Indianerflöten, australische Didgeridoos und verschiedene Streich- und Schlaginstrumente, die pentatonisch gestimmt sind - also nach einer Tonleiter mit fünf statt der in Europa üblichen sieben Töne - reihen sich in den Seminarräumen in Regalen aneinander. Helga Wagner und Jochen Bischoff haben in einem Fachwerkhaus in Rosenthals Stadtmitte eine Entspannungswelt geschaffen, in der sich vieles rund um Klangtherapie und Klangpädagogik drehen soll.

Das Paar hat in Sachsenberg vor vier Jahren zwei Häuser gekauft und in Eigenleistung aufwändig saniert. Ein Haus bewohnen sie - im anderen haben sie die „Klangwelt“ eingerichtet. Dort stellen sie Instrumente aus und verkaufen sie - gerade die Streichinstrumente baut Bischoff selbst.

Vor vier Jahren entdeckten Bischoff und Wagner auch das leer stehende Haus am Obertor in Rosenthal. „Es hat uns sehr angesprochen“, sagt Bischoff. „Von der Atmosphäre und der Raumaufteilung her ruft dieses Haus geradezu nach einem solchen Zweck.“ Denn dort geben die Pädagogin und der Psychologe Kurse rund um Klangtherapie und Klangpädagogik. Die Workshops finden in einem der beiden Seminarräume statt. In den kleinen Ruheräumen können die Seminarteilnehmer Übungen machen oder übernachten. Drei Bäder und ein großzügiger Gemeinschaftsraum komplettieren das 300 Quadratmeter große „Klangweltinstitut“.

Ein Jahr lang hat das Paar, das ursprünglich aus dem Raum Aachen nach Sachsenberg kam, das Haus in Rosenthal ausgebaut. Im Februar soll dort der erste Workshop stattfinden. „Es wird ein Einführungskurs“, erklärt Helga Wagner. „Darin können die Menschen sich ein Bild machen über uns, über unsere Arbeit und die Instrumente.“ Laut Bischoff können die Teilnehmer sich in die Welt der Klänge entführen lassen und die größtenteils exotischen Instrumente kennenlernen und ausprobieren. Die Instrumente selbst seien alle leicht zu spielen. Musikunterricht sei nicht nötig. Weil im pentatonischen Notensystem alle fünf Töne zueinander passen, kann der Musiker laut Bischoff keine unharmonischen Töne erklingen lassen. Aber auch die Gongs, die verschiedenen Trommeln und die Klangschalen seien bei den Kursteilnehmern immer sehr beliebt.

Wer tiefer in die Welt der Klänge einsteigen möchte, für den bietet das Paar eine Ausbildung an. Sie bringen den Teilnehmern in mehreren Wochenendkursen verschiedene Themen der Klangtherapie und -pädagogik näher. Am Ende gibt es ein Zertifikat. Für diese Workshops planen Bischoff und Wagner ein Stipendium, das sie an Studenten vergeben, damit diese kostenlos teilnehmen können.

Darüber hinaus bieten die Betreiber des Instituts eintägige Seminare für Eltern und Kinder an. Beide hatten als Pädagogin und Psychologe viel mit Kindern gearbeitet und daher eigene Methoden der Klangtherapie entwickelt. „Kinder sind sehr stark durch visuelle Reize geprägt“, erklärt Bischoff. Der visuelle Reiz sei jedoch schnell und oberflächlich. Dadurch würden Kinder auch im Denken und in der Wahrnehmung beeinflusst - viele könnten sich kaum auf etwas konzentrieren.

Da helfe das Hören: „Es ist eine Tiefenwahrnehmung. Wer auf etwas lauscht, der schließt instinktiv die Augen und konzentriert sich auf den Hörsinn“, erklärt Bischoff. Mit der Klangtherapie entwickle das Paar einen Gegentrend und zeige Eltern, wie sie die neuen Erfahrungen in den Alltag einbauen können. „Wir haben kein Allheilmittel. Es muss kontinuierlich mit den Kindern gearbeitet werden. Aber wir vermitteln den Eltern einen Einstieg in das Thema“.

Der erste Kurs im Klangweltinstitut findet statt am 22. und 23. Februar. Die Kursteilnehmer können kostenlos in den Ruheräumen übernachten. Informationen gibt es im Internet unter www.klangwelt-nada.de.

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