Zirkusprojekt auf dem Burgberg

Kleine Artisten in der großen Manege

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Zirkus auf dem Burgberg

Frankenberg - Süß, witzig und ziemlich gut - die Premiere des Zirkusstücks auf dem Burgberg beweist, dass Kinder nach nur einer Woche Proben erstaunliches vollbringen können. Jeder einzelne Applaus war wohl verdient.

Eine Woche lang haben sie geprobt - jetzt schweben die Kinder durch das Zirkuszelt auf dem Burgberg, singen Lieder, dürfen ausnahmsweise mit dem Feuer spielen und vollziehen Zaubertricks. Immer wieder brandet Applaus auf - auch dann, wenn etwas mal nicht zu 100 Prozent klappt.

Die Kinder haben lange geübt. 90 Kinder und Jugendliche haben in der vergangenen Woche ihre Freizeit damit verbracht, etwas anderen Sport zu betreiben. Sie haben sich um Seile gewickelt, haben lebende Pyramiden gebaut oder kleine Tricks mit Tüchern und Leuchtstäben gelernt. Am Freitagnachmittag beweisen sie, dass eine Woche ausreicht, um all das ziemlich gut zu beherrschen. Bei dem meist jungen Publikum kommen besonders die Feuerspeier gut an, die Kinder, die mit ihren Fingern Flammen entzünden und wieder erlöschen lassen. Mit brennenden Stäben zu jonglieren trauen sich einige gar. Sie ziehen eine Spur aus Licht hinter sich her und malen Figuren in das abgedunkelte Zelt auf dem Burgberg, dass eigens für die beiden Vorstellungen aufgebaut worden ist.

Die ersten Artisten des Abends allerdings sind aus der Politik. Bürgermeister Rüdiger Heß und der Kreisbeigeordnete Hermann Hirth müssen sich beweisen. Heß als Nichtraucher muss seinem Widerwillen dem Tabak gegenüber kurz abschwören, ihm wird eine Zigarre aus dem Mund jongliert. Dabei darf er sich nicht bewegen, denn wenige Zentimeter vor und hinter seinem Kopf fliegen die Keulen. Hirth hingegen muss selbst akrobatisch aktiv werden. Mit Hilfe des aus Stadtjugendpflege und Jugendbildungswerk bestehenden Teams bildet er die Spitze einer kleinen Pyramide. Zuvor hatte Hirth alle Beteiligten gelobt: „Es ist gut, dass Kinder hier zu Hochleistungen animiert werden - und das in nur einer Woche“. Dieser Zirkus sei etwas besonderes - und das schon seit 1999, hatte er gesagt und umgehend seine Prüfung begonnen. „Das Netz“, wie die kleine Pyramide heißt, hat er gut überstanden, sogar mit einem Lächeln auf den Lippen.

Doch die wahre Show gehört den Kindern und Jugendlichen: Zu sehen sind Einradfahrer, die behände durch die kleine Manege radeln. Begeisterung rufen auch die Akrobaten hervor, die auf riesigen Gymnastikbällen stehend Kunststücke vollführen: Seilhüpfen und Hula-Hupp. Schließlich steht ein junger Artist auf einem Ball, der wiederum liegt auf den Füßen seiner jungen Kollegen.

Rasant geht es weiter. Es wird dunkel, hell, laut oder mystisch leise, als die Zauberer ihre Tricks vorführen. Kinder liegen auf Glasscherben und Nagelkissen und erobern die Herzen des Publikums, Riesen-Jojos fliegen durch die Lüfte, Clowns bringen jeden zum Lachen, das Trapez wird bemüht. Und dann ist Pause. Nach der geht es genau so furios weiter...

Eine weitere Vorstellung findet heute um 11 Uhr statt.

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