Junge Musiker proben gemeinsam in Bottendorf

Aus kleinen Bläsern wird großer Chor

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Ob Tuba-Oldtimer oder Trompete: Aus jeder Menge Blech setzte sich am Wochenende in Bottendorf Musik zusammen.Fotos: Mark Adel

Burgwald-Bottendorf - "Und nochmal die hohen Stimmen ab der Wiederholung": Konzentriert blicken 46 Augenpaare auf die Noten. In Bottendorf haben junge Bläser aus neun Posaunenchören gemeinsam gelernt und musiziert.

Einen ganzen Tag lang Choräle üben, die richtigen Griffe für die Trompete anschauen - und dabei auch noch Spaß haben: Für die zumeist jungen Musiker ist die Probe etwas Besonderes. Am Samstagmorgen haben sie begonnen, in kleinen Gruppen üben sie „Ein feste Burg ist unser Gott“ und andere Choräle, um sie am Sonntag im Gottesdienst in der Bottendorfer Kirche aufzuführen.

Darin liegt für Kreisposaunenwart Marco Werchner (Ernsthausen) auch ein Geheimnis des Erfolgs. Schließlich proben die Jungbläser für einen Auftritt direkt am nächsten Tag. „Früher wurde für den Landesposaunentag geübt, der war für die Kinder noch zu weit weg“, erklärt er. Die Gesamtleitung hat Landesposaunenwart Ulrich Rebmann.

Die meisten Anfänger sind zwischen acht und 13 Jahre alt, die älteste immerhin schon 49. Etwa die Hälfte spielt erst ab September. Niemand muss alle Stücke beherrschen. „Aber die Choräle, die man mitspielt, sollen sitzen“, sagt Werchner. Vom Probentag würden deshalb auch die Heimatvereine profitieren, in denen die Musiker üblicherweise blasen. Die Treffen gab es schon bei Werchners Vorgänger Bernd Trusheim, „das Konzept ist geblieben“, sagt Marco Werchner.

In der Regel proben die Anfänger in Bottendorf. Dort stehen mit dem August-Winnigheim die geeigneten Räume zur Verfügung, um in verschiedenen Gruppen üben zu können: Aufgeteilt nach Stimmen, Leistungsstand und Chören, damit immer Kinder zusammen üben, die sich schon kennen. Zudem stellt der Jugendposaunenchor aus der Burgwaldgemeinde regelmäßig die meisten Teilnehmer. Andere Musiker kommen aus Frankenberg, Frankenau, Wangershausen, Röddenau, Ernsthausen, Bromskirchen und Haine, eine Musikerin spielt sogar in Bracht. Die verschiedenen Arbeitsgruppen wurden von Renate Henkel, Magnus Ernst, Moritz Dahlhaus, Jens Jesberg, Marco Werchner und Ulrich Rebmann geleitet.

Abgerundet wird der Übungstag durch einen Theorieblock, einem gemeinsamen Mittagessen und dem Kaffeetrinken. Am späten Nachmittag kommen alle Musiker nochmals zur Abschlussprobe zusammen, bevor sie dann am nächsten Tag ihr Können zeigen dürfen - begleitet von erfahrenen Bläsern aus Bottendorf. „Die Kinder sollen so ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, in einem großen Chor zu spielen“, erklärte Landesposaunenwart Ulrich Rebmann. „Einige Kinder spielen schon seit mehreren Jahren und haben dementsprechend Bühnenerfahrung, andere spielen aber auch erst seit ein paar Monaten“, sagte Rebmann.

Pfarrer Konrad Schullerus freute sich über so viel tatkräftige Unterstützung. Im Gottesdienst stellte er vor allem die Kinder in den Mittelpunkt. Die Kinder des Bottendorfer Kindergartens hatten ihre Taufkerzen mitgebracht, die sie gemeinsam mit ihren Erzieherinnen entzündeten und neben dem Altar aufstellten. Zudem zeigten die Kleinen der Gemeinde, wo Gott überall bei uns ist, zum Beispiel im Schnee oder in der Sonne. Auch die beiden Handpuppen Tini und Tatis hatten einen Auftritt und erklärten den gespannten Kindern und der Gemeinde, woran man einen guten Christen erkennt.

Im Anschluss an den Gottesdienst bedankte sich Ulrich Rebmann bei der Kirchengemeinde für die Räumlichkeiten und die freundliche Aufnahme.

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