Kloster Schaaken: Altes Gemäuer steht zum Verkauf an

Historisches Gemäuer in idyllischer Lage: die Klosterruine Schaaken zwischen Goddelsheim und Immighausen. Das rechts angrenzende Gebäude, das einst auch als Scheune genutzt wurde, wird von einem österreichischen Immobilienbüro zum Kauf angeboten. Fotos: Hermann

Goddelsheim/Immighausen. Eine österreichische Immobilienfirma bietet das an die Klosterruine Schaaken angrenzende Gebäude an. Architekt Karl-Hermann Schwale sieht großes Ausbaupotenzial.

„Schaaken - denkmalgeschütztes Klostergebäude mit Ausbaumöglichkeiten“: Das Angebot auf der Internetseite einer Immobilienfirma in Österreich überrascht. Denn es geht um ein Gebäude des einstigen Benediktinerinnen-Klosters Schaaken zwischen den Lichtenfelser Stadtteilen Goddelsheim und Immighausen. Offeriert werden 500 Quadratmeter Wohn- und mehr als 1000 Quadratmeter Grundstücksfläche „in idyllischer Lage“. Kaufpreis: 80 000 Euro.

Das etwa 13 mal 18 Meter große Klostergemäuer, das früher auch als Scheune genutzt worden war, grenzt direkt an die Kirchenruine. „Strom- und Wasseranschluss liegen bereits am Haus. Die Konstruktion ist intakt, und der Innenausbau kann vielfältig erfolgen“, heißt es. Das Gebäude könne zu Wohnzwecken ausgebaut werden. Ein Nebengebäude dürfe als Garage mit Carport umfunktioniert werden, informiert die Immobilienmaklerin Anita Mähnert (Söll).

Warum Kloster Schaaken von einer Immobilienmaklerin aus Österreich vermarktet wird, erklärt sich durch Mähnerts Mann Karl-Hermann Schwabe. Der Architekt stammt aus Gudensberg und hat nach eigenen Angaben schon viele historische Gemäuer und Kulturdenkmäler im Raum Nordhessen um- und ausgebaut, unter anderem auch das Herrenhaus des neben dem Kloster Schaaken gelegenen Guts.

Für die zum Verkauf stehende Scheune neben der Klosterruine seien Verhandlungen mit der Bauaufsicht und der Denkmalpflege positiv verlaufen, berichtet Schwabe. Da nur die äußere Hülle existiere, könne das Innere der Immobilie zu einer Wohnung und/oder zu einem Atelier für Künstler oder Kunsthandwerker ausgebaut werden. Auch sei der Ausbau mit zwei oder gar drei Geschossen möglich. Schwabe: „Das Gebäude ist ungeheuer spannend.“

Der Architekt, der noch ein Büro in Gudensberg unterhält, ist nach eigenen Angaben in ganz Europa tätig. Im österreichischen Going hat er zum Beispiel das Konzept für das bekannte Bio- und Wellnesshotel „Stanglwirt“ entworfen. Mit riesigen Tiroler Baumstämmen ließ er eine Blockholz-Villa für den ukrainischen Profi-Boxer Witali Klitschko in Kiew errichten.

Für das eher überschaubare Projekt Scheunengebäude an der Klosterruine Schaaken habe es bereits Interessenten gegeben. Doch hätten bisher alle „kalte Füße bekommen“, sagt Karl-Hermann Schwabe. Mit dem Verkauf der Immobilie hat er keine Eile. Der für Gebäude und Grundstück mit der Waldeckischen Domanialverwaltung abgeschlossene Erbpachtvertrag hat eine Laufzeit von 99 Jahren.

Kontakt/Informationen: www.immobilien-maehnert.at

Quelle: HNA

Kommentare