Kochen statt Gerichtstermin: Angeklagter Polizist kam nicht

Frankenberg. Der in Frankenberg wegen Körperverletzung angeklagte Polizist ist zu einem Ortstermin nicht erschienen. Er war stattdessen mit seiner Freundin am Kochen.

Ein Missverständnis zwischen ihm und seinem Anwalt – das nannte der angeklagte Polizeibeamte am Freitag vor dem Frankenberger Amtsgericht als Grund, warum er am Dienstagabend nicht zum Ortstermin in Röddenau erschienen war.

In der Mühlenstraße hatten Richterin Andrea Hülshorst, Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und Zeugen umsonst auf den 34-Jährigen gewartet. Vor Ort bei Dunkelheit wollte sich das Gericht ein Bild davon machen, was die Zeugen an jenem Abend im Oktober 2012 gesehen haben konnten, als der Polizist mit einem Schlagstock auf einen 16-Jährigen eingeschlagen haben soll. „Wo waren Sie denn am Dienstag?“, fragte die Richterin den Angeklagten. Sie hatte an dem Abend auch versucht, den Angeklagten anzurufen.

„Ich war zuhause, meine Freundin und ich haben gekocht.“ Das Telefon sei wegen Schwierigkeiten mit dem Internet abgeschaltet gewesen. Nun muss der Polizist damit rechnen, dass er die Kosten, die durch den Ortstermin entstanden sind, zahlen muss. „Wir hatten Sie ja auch schriftlich eingeladen“, sagte die Richterin zu ihm. Die Verhandlung am Freitagmorgen war nach knapp 15 Minuten beendet.

Richterin Hülshorst demonstrierte noch, dass man mit einem Polizei-Schlagstock auch schlagen kann, wenn man ihn am falschen Ende festhält. Das hatte der Verteidiger des Angeklagten bestritten. Und sie verlas den Wetterbericht vom 22. Oktober 2012, bei dem von Nebel die Rede war. Die Verhandlung gegen den Polizeibeamten wird am Mittwoch, 25. Februar, ab 9 Uhr im Amtsgericht fortgesetzt. Ein neuer Ortstermin in Röddenau ist für Mittwoch, 4. März, ab 18.30 Uhr anberaumt. (mab)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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