So kommt der Saft aus dem Apfel: HNA-Mitarbeiterin half an der Presse

Handarbeit: Kramers Mitarbeiter Manuel Morlinghaus verteilt die gemahlenen Äpfel auf einem Tuch.

Reddighausen. Mit seiner Saftpresse ist Till Kramer derzeit im Frankenberger Land unterwegs. Wie das Gerät funktioniert und wie viel Arbeit im Saftpressen steckt, hat sich HNA-Mitarbeiterin Lena Wenzel mal ganz genau angesehen.

Apfelsaft kannte ich bisher nur aus dem Supermarkt. Und obwohl es bei uns auf dem Land viele Streuobstwiesen gibt, hatte ich mich noch nie damit beschäftigt, wie aus Äpfeln Saft entsteht. Bis heute. Denn ich unterstütze Till Kramer und seinen Mitarbeiter Manuel Morlinghaus auf einem Hof in Wangershausen beim Saftpressen.

Schnell stelle ich fest, dass hinter der mobilen Saftpresse des Reddighäusers Till Kramer eine Menge Arbeit steckt. Das beginnt schon beim Aufbau: Ich entferne Bretter, stelle den Vorbau auf und rolle die Spanngurte ein. Währenddessen stellen die beiden Männer die Tische, positionieren die Maschinen und schließen sie an.

„Für den Aufbau brauchen wir im Durchschnitt eine Stunde“, sagt Till Kramer. Als wir fertig sind, stehen schon einige Kunden mit ihren Säcken voller Obst auf dem Hof.

Ich stelle mich mit Manuel Morlinghaus neben die Mühle, die das Obst zerkleinert. Bevor die gemahlenen Äpfel mit einem Hydraulikzylinder ausgepresst werden können, müssen sie in Presstücher gelegt werden. Ich nehme also ein Brett, stelle darauf einen Rahmen und spanne ein Tuch darüber. Etwa drei Schaufeln gemahlene Äpfel werden auf dem Tuch verteilt und zugedeckt, danach wird gestapelt.

„Weil man sich ständig bücken muss, bekommt man nach der Zeit Rückenschmerzen beim Schaufeln“, sagt Morlinghaus. Er wird Recht behalten: Nach drei Stunden schmerzt mein Rücken, auch die Schaufeln voller gemahlener Äpfel finde ich schwer. Während Manuel bloß drei Mal schaufelt, muss ich sechs Mal. Zwischendrin fliegen einem ein paar Apfelstücke ins Gesicht. „Das ist ganz normal“, sagt Kramers Mitarbeiter und lacht. Irgendwann stehe ich neben ihm auf Zehenspitzen, um an das oberste Tuch des Stapels zu gelangen.

Sobald der Stapel eine gewisse Höhe erreicht hat, werden die Presstücher voller zerkleinerter Äpfel in den Hydraulikzylinder gedreht. Ich betätige den Hebel. Dadurch werden die Tücher ausgepresst und die Flüssigkeit in Vorratsbehälter weitergeleitet. „Der Saft wird dann auf 78 Grad erhitzt. Bakterien werden abgetötet, gesunde Vitamine aber nicht“, erklärt Till Kramer.

Von Lena Wenzel

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Quelle: HNA

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