400.000 Euro Schaden

Kompletter Bauernhof in Elsoff bei Großbrand zerstört – 17-Jähriger wurde zum Lebensretter

Elsoff/Hatzfeld. Ein Bauernhof in Elsoff ist am frühen Sonntagmorgen vollständig niedergebrannt - Wirtschaftstrakt und Wohnhaus. Verletzt wurde in dem Nachbarort von Hatzfeld niemand. Der Schaden beläuft sich nach ersten Angaben auf 400.000 Euro.

Neben den Einsatzkräfte aus Siegen-Wittgenstein war auch ein Rettungswagen der Wache Laisa vor Ort.

Sebastian Spies aus Elsoff ist in der Nacht zu Sonntag zum Lebensretter geworden. Der 17-Jährige bemerkte den Großbrand bei seinen Nachbarn rechtzeitig und warnte die Familie in letzter Minute, damit sie das Haus unbeschadet verlassen konnte. „Ich kam von einer Geburtstagsfeier nach Hause und hatte schon im Dorf Brandgeruch bemerkt“, schildert der 17-Jährige.

Auf dem weiteren Weg nach Hause - der Junge wohnt in der Nachbarschaft des Brandortes - sah er es dann unter den Dachziegeln des Wohnhauses an der Mennertalstraße Rauch aufsteigen. „Dann bin ich sofort zu dem Haus gelaufen und habe geklingelt und die Leute auf den Brand aufmerksam gemacht und sie gebeten, das Haus schnell zu verlassen“, erklärt Sebastian Spies. Direkt im Anschluss haben er und ein weiterer Freund den Notruf abgesetzt und die Feuerwehr verständigt.

Um kurz nach 2 Uhr erfolgte der Alarm für die Feuerwehren aus Elsoff, Alertshausen, Schwarzenau und Bad Berleburg sowie für den DRK-Rettungsdienst aus Laisa und den DRK-Ortsverein Bad Laasphe.

Als die ersten Einsatzkräfte wenige Minuten später an der Einsatzstelle am Elsoffer Ortsrand eintrafen, brannte die Scheune des landwirtschaftlichen Anwesens bereits in voller Ausdehnung und die Flammen hatten sich auch schon auf das direkt angrenzende Wohnhaus ausgebreitet. Die Kameraden mussten sich nun darauf konzentrieren, ein Übergreifen der meterhohen Flammen auf umstehende Gebäude zu verhindern.

Anfängliche Schwierigkeiten bereitete dabei die Wasserversorgung aus dem Mennerbach und der Elsoff, da diese beiden Gewässer nur sehr niedrige Pegelstände hatten. Zusätzlich zu den Entnahmestellen am offenen Gewässer waren deshalb Landwirte mit Güllefässern im Einsatz, die Wasser in ein Löschwasserbecken pumpten, über das die Feuerwehrfahrzeuge eingespeist wurden.

Das Übergreifen der Flammen auf die umstehenden Gebäude verhinderten die Einsatzkräfte dann auch erfolgreich, ein komplettes Ausbrennen der Scheune und des Wohnhauses war aber nicht mehr zu verhindern. „Da war nichts mehr zu retten“, resümiert Einsatzleiter Klaus Langenberg.

Bereits zum Zeitpunkt der Alarmierung habe die Scheune im Vollbrand gestanden. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich das Feuer ins Wohnhaus durchgefressen und so einen Schaden von rund 400.000 Euro angerichtet. „Wir reden hier von einem Totalschaden“, so Langenberg.

Die rund 50 Feuerwehrleute waren bis zum Sonntag im Einsatz, um noch Nachlöscharbeiten durchzuführen und eine Brandwache zu halten.

Die vier Hausbewohner, die Dank Sebastian Spies alle rechtzeitig ins Freie gelangten, blieben zum Glück unverletzt. Sie alle kamen im Ort bei anderen Familien unter. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen und die Kriminalpolizei zur Einsatzstelle entsandt. Besonders wichtig sind für die Polizei Zeugenaussagen, da im Moment noch in alle Richtungen ermittelt wird.

Hinter dem brennenden Haus wurde eine Rakete gefunden, die allerdings nicht mehr vom Silvester stammen kann, sondern jüngeren Datums sein muss. Ob sie aber letztlich mit dem verheerenden Großbrand in Verbindung steht, ist noch unklar. Daher bittet die Polizei, etwaige Zeugen, sich dringend zu melden.

Die Mennertalstraße wurde während der Löscharbeiten komplett gesperrt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Einsatz vor Ort.

 www. 112-magazin.de

Quelle: HNA

Kommentare