Pächter hat Vertrag mit der Stadt vorerst gekündigt

Konflikt um Korbacher Stadthalle

Korbach. Hotelier Erich Weis hat den Pachtvertrag für die Stadthalle zum Ende des Jahres gekündigt. Weis beklagt Fehlplanungen bei der Modernisierung der Stadthalle – die am Ende auf Kosten des Pachtbetriebs gehen.

Den Pachtvertrag hat Weis schon im Dezember 2015 gekündigt. Im Bauausschuss am Mittwoch, vor allem aber im Finanzausschuss am Donnerstagabend gab es lange Debatten. Insbesondere die SPD mit Fraktionschef Henrik Ludwig bohrte intensiv nach. Denn im Raum steht auch, ob Steuergeld verschwendet worden ist. Die Zusammenhänge sind höchst kompliziert, Vorwürfe und Gegenrede teils undurchsichtig – und sie laufen bis in die Details von Rohren, Pumpen und Sprinkleranlage.

Umbau: 2,2 Millionen Euro

Die große Linie: 2002 bis 2006 wurde die 1974 erbaute Stadthalle erheblich modernisiert. Das dunkle Foyer im Obergeschoss wurde freundlicher, von der Küche des Restaurants bis zur Lüftung der Säle wurde der Bau in erster Etappe erneuert. Parallel zum Hallenbadumbau begann 2011 die zweite Etappe – die sich bis heute auf knapp 2,2 Millionen Euro addiert.

Die Kritikpunkte

Aus einer Fülle an Details markieren drei Beispiele die vertrackte Lage. Eingang Hallenbad Erstens: Der große gläserne Eingang des erneuerten Hallenbads wurde dicht an die Außenwand der Stadthalle gebaut. Der fehlende Brandschutzabstand verlangte, dass Fenster der Seminarräume im Obergeschoss der Stadthalle teils wieder zugemauert, zumindest aber komplett verschlossen werden mussten.

Zweitens: Die Räume wären zwar weiter nutzbar – wenn die Lüftungsanlage richtig funktionierte. Doch die bereitet schon seit der ersten Renovierung der Stadthalle von 2006 dauerhaft Probleme. Drittens: Erst 2004 wurde die Sprinkleranlage im oberen Foyer der Stadthalle erneuert. Sie wurde gespeist aus dem Springerbecken des Hallenbads. Da im Hallenbad aber Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) Eigentümer ist, sollte die städtische Halle ein eigenes Vorratsbecken für den Brandschutz erhalten.

Sprinkleranlage Becken und Pumpe wurden schon bestellt, dann aber kam heraus, dass die bestehende Installation offenbar nicht dem Stand der Technik genügt. Also wurde das gesamte Brandschutzkonzept geändert: fürs Foyer oben mit großzügiger Entlüftung über die Fluchtwege, für die Bühne mit einer ganz neuen „Sprühflutanlage“. Der alte Auftrag für Wasserbecken und Pumpe wurde zwar storniert, doch zu spät. Zumindest die Pumpentechnik für rund 36 000 Euro musste die Stadt abnehmen, weil es eine Sonderanfertigung war. So lagert die Pumpe bis heute ungenutzt offenbar in einem Schuppen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Jörg Kleine

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