Kontroverse Debatte beim HNA-Wahlforum

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HNA-Wahlforum zur Landratswahl in der Frankenberger Ederberglandhalle: Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat (links) und Herausforderer Karl-Friedrich Frese stellten sich den Fragen der HNA und des Publikums.

Frankenberg. Die reaktivierte Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg, Wasserstand im Edersee, Schulden des Landkreises, Zukunft des Kreiskrankenhauses, schnelles Internet und der Umgang mit Flüchtlingen: Bei dem von rund 350 Menschen besuchten HNA-Wahlforum kamen alle diese Themen auf den Tisch.

Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat (SPD) und Herausforderer Karl-Friedrich Frese (CDU) lieferten sich am Dienstagabend in der Ederberglandhalle einen teilweise heftigen, aber durchaus unterhaltsamen Schlagabtausch. Moderiert wurde das Wahlforum von HNA-Ressortleiter Matthias Müller und Redaktionsleiter Jörg Paulus.

Der „Waldecker Junge“ gegen den früheren „Regionalentwickler im Kellerwald“: so stellten sich die beiden Kandidaten in je einminütigen Eingangsstatements selbst vor.

Während Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat, mit roten Schnürsenkeln in schwarzen Schuhen, zunächst zurückhaltend auftrat, gab sich Herausforderer Frese ungewohnt kämpferisch. Dem Amtsinhaber warf Frese vor, 220 Millionen Euro Schulden angehäuft zu haben. „Du bist ein Schlechtredner“, konterte Kubat. Viel Geld sei in Konjunkturprogramme und in den Schulbau geflossen.

Kurz vor dem Überlaufen war das Fass zwischen den beiden ansonsten sehr bedächtigen und sich duzenden Politikern, als Karl-Friedrich Frese dem Landrat vorwarf, die Interessen des Edersees und der Anliegerkommunen nicht richtig vertreten zu haben. „Das ist der reine Populismus“, schnaubte Kubat. Er habe intensiv verhandelt, unter anderem mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, um einen dauerhaft höheren Wasserstand im Edersee zu erreichen. An der Zweckbestimmung des Edersees und den Wasser-Abgaben an die Oberweser werde sich jedoch nichts ändern. Karl-Friedrich Frese streue „Sand in die Augen derer, die das hören wollen“.

Weitgehend einig waren sich die Kandidaten beim Tourismus. Beide schwärmten von der Schönheit der drei Seen, der Kurstadt Bad Wildungen, vom Skispringen in Willingen und den Arolser Barockfestspielen. Während Frese „zu Hause, mit Freunden“ seinen Lieblingsplatz hat, nannte Reinhard Kubat die Quernstkapelle im Nationalpark Kellerwald.

Völlig unterschiedlicher Meinung waren die Kandidaten zur Reaktivierung der Bahnstrecke Korbach-Frankenberg. Eine Familie aus Frankfurt brauche drei Stunden, bis sie am Nationalparkhaus in Herzhausen sei, sagte Frese. Der Tourismus werde von der Bahnstrecke nicht profitieren. „Das ist ’ne Bimmelbahn, mehr nicht.“

„Natürlich werden die Menschen aus Südhessen die Bahn nutzen“, sagte Reinhard Kubat. Das sehe man schließlich auch in Willingen. Es gehe bei der Reaktivierung „auch um Mobilität und intelligente Vernetzung“.

„Die Mobilität wird schlechter für ältere Menschen, weil dann keine Busse mehr fahren“, hielt Karl-Friedrich Frese dagegen. „Teurer wird es sowieso.“

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Quelle: HNA

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