Konzept für schnelles Netz: Surfen mit 128 Mbit per Fernsehkabel

Frankenberger Land. Für die gemeinsame Einführung eines super schnellen Internets im Frankenberger Land wirbt Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt bei Bürgermeistern der Nachbarkommunen.

Hatzfeld und Burgwald sind begeistert, Allendorf-Eder und Battenberg wollen nicht mitziehen.

Der Frankenberger Verwaltungschef hält ein Angebot des Kabelnetzbetreibers Unitymedia nicht nur für wirtschaftlich günstig, sondern auch für einen „technischen Quantensprung“. Über das Fernsehkabel könnte eine Datenmenge von 128 Megabit (Mbit) pro Sekunde übertragen werden. Schnelle DSL-Leitungen der Telekom im Frankenberger Land schaffen derzeit 16 Mbit.

Jeder Haushalt, der einen Kabelfernsehanschluss hat, könnte über das Breitbandkabel telefonieren und schnell im Internet unterwegs sein. Internetfernsehen wäre kein Problem. Und das für zirka 25 Euro im Monat, schildert Engelhardt.

Um den schnellen Datentransfer anbieten zu können, muss Unitiymedia den Netzknoten Frankenberg aufrüsten. Von dort werden neben Frankenberg folgende Kommunen versorgt: Frankenau, Rosenthal, Burgwald, Hatzfeld und Allendorf-Eder. 180 000 Euro würde die Aufrüstung des Knotenpunktes laut Bürgermeister Engelhardt kosten.

Sein Konzept: Die betroffenen Kommunen teilen sich die Kosten. Sie werden entsprechend der Zahl der ans Fernsehkabel angeschlossenen Haushalte verteilt. Für Frankenberg wären dies beispielsweise rund 90 000 Euro, für Burgwald 15 000 Euro. Für Allendorf und Battenberg jeweils gut 20 000 Euro. „Mit relativ wenig Geld könnten mehr als 14 000 Haushalte eine zukunftsweisende Internetversorgung erhalten“, sagt Engelhardt.

Doch nicht alle Haushalte haben einen Kabelanschluss. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, aber laut Unitymedia sei in weit mehr als der Hälfte aller Haushalte das Breitbandkabel zugänglich.

„Natürlich müssen wir versuchen, auch diese Haushalte optimal zu versorgen“, sagte Engelhardt und verwies darauf, dass dies unter anderem mit Funknetz-Technik geschehen könnte. Dennoch ist die schlechtere Versorgung für ihn kein Grund, für die anderen Haushalte nicht das schnelle Internet zu schaffen. „Wir müssen in jedem Ort das Optimale anbieten,“ sagte er.

Das sehen seine Amtskollegen Horsel (Battenberg) und Junghenn (Allendorf). Dort bietet die Telekom zum Teil das bisher als schnell geltende DSL 16 000 an. Ihre Priorität sei es, nun auch die Ortsteile mit ausreichend schnellem Internet zu versorgen. (mab)

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Quelle: HNA

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