"Niemals war die Nacht so klar"

Konzert mit Genesis Brass in Bottendorf

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Burgwald-Bottendorf. - Unter dem Motto „Niemals war die Nacht so klar“ stand das Konzert zum dritten Advent in der Bottendorfer Martinskirche mit dem Berliner Blechbläserensemble „Genesis Brass“.

350 Besucher waren in die ausverkaufte Evangelische Kirche gekommen, um sich gemeinsam mit „Genesis Brass“ auf Weihnachten einzustimmen. „Schön, dass Sie gekommen sind, um gemeinsam einen Ruhepunkt in der doch manchmal stressigen Vorweihnachtszeit zu finden“, betonte Jens Jesberg, Chorleiter des Evangelischen Jugendposaunenchors Bottendorf, der zu diesem Abend eingeladen hatte, bei seiner Begrüßung.

Sie spielen in Berlin, Hamburg, Wien, Erfurt oder Darmstadt in professionellen Chören, kommen aus Ungarn, der Bundeshauptstadt, dem bergischen Land oder auch aus Nordhessen: Die zehn Musiker von „Genesis Brass“ um Chorleiter Prof. Christian Sprenger sind mit ihren Choralfantasien eine der bedeutsamsten Gruppen in der Blechbläsermusiklandschaft.

Einer von ihnen hat seine Wurzeln in Bottendorf: Sebastian Stricker, der mit seinem Euphonium zu den Gründungsmitgliedern von „Genesis Brass“ gehört und heute im Erfurter Opernhaus musiziert. Nicht nur für ihn war dieses Heimspiel, das „Genesis Brass“ schon zum dritten Mal in den Burgwald führte, etwas Besonderes: Auch Chorleiter Christian Sprenger freute sich, zurück in der Heimat zu sein. Er ist in Gilserberg aufgewachsen und begrüßte auch seine Eltern unter den Gästen.

Schon mit den Eingangsstücken „Macht hoch die Tür“ und „Nun kommt der Heiden Heiland“ wurde deutlich, worin die Botschaft der Musiker besteht und welche bewegenden Kompositionen und Arrangements Christian Sprenger gemeinsam mit seiner Schwester Anne Weckeßer geschaffen hat. Die Lieder machen das musikalische Einfühlungsvermögen und einen ganz unverwechselbaren Klang aus, der „Genesis Brass“ prägt und bekannt gemacht hat. So ist es auch nicht verwunderlich, dass mehr als die Hälfte der Gäste nicht aus Bottendorf, sondern aus der näheren und weiteren Umgebung zu diesem Konzert kamen.

Aber nicht nur zum Zuhören und Einfühlen waren diese eingeladen, auch selber singen durften sie. Bei bekannten Liedern wie „Tochter Zion“ war dies ebenfalls sehr bewegend.

Auch das „Böhmische Wintermärchen“, bei dem Chorleiter Sprenger sehr persönlich wurde und von seinen Vorfahren erzählte, gibt die Stimmung der Adventszeit weiter, und die Ausführungen des Vollblutmusikers lassen auch bei den Besuchern winterliche Bilder im Kopf entstehen.Im weiteren Programm kamen sowohl sehr ernste Stücke, wie Jochen Kleppers „Die Nacht ist vorgedrungen“, aber auch heitere Literatur wie Paul Gerhards „Fröhlich soll mein Herze springen“ zu Gehör. Und auch international wurden die Blechbläser mit der Tiroler Volksweise „Es wird scho glei dumpa“ oder dem durch „Boney M“ berühmt gewordenen „Mary´s Boychild“, bei dem dann auch das Publikum mitschnipsen und –klatschen konnte.

Mit „Fröhliche Weihnacht überall“ endete nach gut 90 Minuten das eindrucksvolle und stimmungsintensive Programm, aber erst nach drei Zugaben, darunter einem Bach-Choral, durften die Musiker in den wohlverdienten Feierabend und die Besucher auf Weihnachten eingestimmt in den draußen eher ungemütlichen Vorabend des dritten Advents.

Von Jürgen Jacob

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