Burgwald

Konzert zu Gunsten der Orgel

- Burgwald (vk). „Kreuz und quer“ ist das Motto des geplanten Orgelkonzerts, das Musik mit Textimpulsen zur Fastenzeit verbindet. Initiatoren sind drei Organisten.

Bis 1961 hat sich die katholische Gemeinde auf dem damaligen Industriehof in ihrer Kirche St. Elisabeth beim Singen mit der Begleitung eines Harmoniums beholfen, dann wurde eine richtige Orgel angeschafft. Sie müsste jetzt, nach fast fünf Jahrzehnten, dringend gereinigt, neu intoniert und gestimmt werden, außerdem sind ein paar Reparaturen notwendig.

Weil aber die Pfarrgemeinde­ nicht über viel Geld verfügt, haben jetzt drei Organisten das Projekt selbst in die Hand genommen: Petra Asami, Beate Cwiertnia und Andreas Bursching wollen mit einem Benefizkonzert am 14. März um 17 Uhr einen ersten finanziellen Grundstock für die Orgelrenovierung legen. „Kreuz und quer“ lautet das Motto. An diesem Abend werden als Besonderheit auch zwei Stücke für Orgel und Saxofon erklingen.

„Wir hoffen, dass viele Menschen zu uns kommen und für das Instrument spenden“, sagt Beate Cwiertnia, die bereits jetzt schon ein weiteres Konzert für Oktober parallel zu den Berliner Kirchenmusikalischen Aktionstagen unter dem Thema „Einheit durch Vielfalt“ plant.

Die Orgel in St. Elisabeth hat eine besondere Geschichte: Sie war das erste Werk, das Wolfgang Böttner (1925-2006) als selbstständiger Orgelbauer­ in Frankenberg von 1960 bis 1961 gebaut hat.

„Die Anregung kam von Pater Pauler, der damals von Kantor Hermann Böttner gehört hatte, dass sich sein Sohn Wolfgang selbstständig machen wollte“, berichtet Christoph Böttner, der 1995 die Orgelbauwerkstatt von seinem Vater übernommen hat und sich nun um das Burgwalder Instrument kümmert.

„Teile der Technik müssen ganz einfach überarbeitet werden“, hat er bei einer Untersuchung des Instrumentes festgestellt. Es sei für die damalige Zeit schon eine Besonderheit gewesen, dass mechanische Trakturen verwendet und die Disposition der Register auf Musik aus der Vor-Bach-Zeit ausgerichtet worden sei, sagt der Orgelbaumeister.

In der zweimanualigen Orgel erklingen in elf Registern 676 Pfeifen. Der Kaufpreis von 15.000 D-Mark konnte auch damals schon nur durch Gemeindemitglieder und „Wohltäter“, wie die Kirchenchronik schreibt, aufgebracht werden.

Am 5. Februar 1961 wurde die Orgel von Dechant Dr. Nüdling geweiht. Im Festgottesdienst spielte Musikdirektor Carl Fritz aus Marburg.

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