Urheberrechte und das Internet

Kopieren verboten, streng verboten

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Ein Bild ist einfach aus dem Internet kopiert. Viele Internetnutzer denken sich nichts dabei, nutzen schöne Fotos für die eigene Internetseite. Doch es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Verletzung des Urheberrechts und kann teuer werden.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Ein Bild aus dem Internet kopieren und auf die private Homepage oder die eigene Facebook-Seite setzen - das machen viele Menschen immer wieder unbedarft. Trotzdem ist es kein Kavaliersdelikt, sondern kann teuer werden. Wer Bilder, Videos oder Musik einfach kopiert, der verletzt das Urheberrecht.

„Ich darf grundsätzlich keine fremden Bilder verwenden, wenn der Urheber mir das nicht erlaubt“, betont Rechtsanwalt Carsten Fock. Ausnahmen gibt es nicht. Trotzdem passiert das immer wieder, gerade in der digitalen Welt. Oft wissen die „Täter“ nicht einmal, dass sie ein Unrecht begehen.

Fock nennt ein einfaches Beispiel, wie es immer wieder vorkommt: Jemand kocht gerne, stellt Rezepte auf seiner eigenen Internetseite online. Um die Seite ansprechender zu gestalten, werden die Rezepte bebildert. Zu dem Rezept einer Tomatensuppe kommt das Foto von frischen, leuchtend roten Tomaten. Das hat der Hobbykoch aber nicht selbst gemacht, sondern irgendwo aus dem Internet kopiert.

Die Seite des Hobbykochs ist zwar privat und nicht kommerziell, die Urheberrechtsverletzung bleibt trotzdem eine und kann teuer werden: „Der Urheber des Fotos kann nun einen Lizenzschaden geltend machen“, erklärt Fock. Ein solches Foto wird - geht es vor Gericht - im Schnitt mit Lizenzgebühren von etwa 50 Euro angesetzt. Der Fotograf darf für die unerlaubte Nutzung im Regelfall nun das doppelte in Rechnung stellen - zuzüglich seiner Auslagen wie Arbeitszeit für die Abmahnung oder Anwaltskosten.

Wer in einem sozialen Netzwerk wie Facebook seine persönlichen Bilder zeigt, der gibt die Nutzungsrechte daran nicht gleich an jeden anderen ab. Kopieren und auf der eigenen Seite hochladen ist nicht erlaubt.

Auch die Funktion „Teilen“ ist rechtlich gesehen nicht ohne: Es scheint eine Verlinkung zu sein, ist es aber nicht. „Tatsächlich ist die Teilen-Funktion eine Kopierfunktion und erfüllt damit die Voraussetzung für eine Urheberrechtsverletzung“, erklärt Fock. Das gilt, wenn eigentlich in einer Gruppe oder einem kleinen Kreis veröffentlichte Bilder durch das „Teilen“ öffentlich zugänglich gemacht werden - aber auch, wenn ohnehin schon frei zugängliche Bilder weiter geteilt werden. „Daher gilt auch in diesem Bereich, wenn man nicht die Einwilligung des Urhebers hat lieber nicht teilen.“

Mehr über das Urheberrecht und die Verfolgung lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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