Familie Bornmann öffnet zum Deutschen Mühlentages die Gemündener Struthmühle für Besucher

Den Weg vom Korn übers Mehl bis zum Brot verfolgen

- Der Weg vom Korn zum Brot wurde am Montagbeim Mühlentag in der Gemündener Struthmühle erlebbar.

Unzählige Besucher besichtigten die Wassermühle an der Wohra. Bei sonnigem und warmem Frühjahrswetter erlebten die Gemündener, Schifffelbacher und viele Gäste zuerst einen festlichen Gottesdienst auf dem Hof der Mühle. Pfarrer Hermann Noll stellte das Motto „Wie ein Baum gepflanzt an den Wasserbächen“ in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Wasser bringt Leben, lässt das Korn wachsen und bewegt ein Mühlrad“, betonte der Geistliche. Neben der biblischen Bedeutung von Bäumen erläuterte er auch Verbindungen zwischen Kirche und Mühlen. Noll freute sich, dass die Struthmühle bis heute noch mit Wasserkraft Mehl mahle. Müllermeister Karl-Ludwig Bornmann führte anschließend, unterstützt von seiner Frau Christa mehrere hunderte Interessenten in kleinen Gruppen durch die vierstöckige Mühle. Sie wird von einer Turbine im Mühlbach der Wohra angetrieben. Bis zu 15 PS Leistung erreicht der Motor, der über Riemen die Walzenstühle und Getreidereinigungen antreibt. Die Struthmühle ist eine von drei Mühlen in Waldeck-Frankenberg, die mit Wasserkraft noch Korn mahlen. Weizen und Roggen stammen überwiegend aus eigenem Anbau, seitdem Bornmann im vergangenen Jahr die Milchviehhaltung aufgegeben hat. Seitdem konzentriert er sich auf den Ackerbau. Die Struthmühle besteht seit 1724, das heutige Mühlengebäude wurde 1922 gebaut. Karl-Ludwig Bornmann hat den Beruf des Müllers und des Landwirtes erlernt, in beiden Berufen die Meisterprüfung abgelegt und war letzter Obermeister der Waldeck-Frankenberger Müllerinnung vor ihrer Auflösung. In der Scheune informierte der Vorsitzende des Gemündener Museumsvereins, Norbert Otto, in einer Bilderschau über die ehemals 14 Gemündener Mühlen. Obwohl noch neun Mühlen in Gemünden, eine in Grüsen und zwei in Sehlen existieren, wird nur noch in vier Mühlen die Wasserkraft genutzt.Während der Gottesdienst von Timo Gleim an der Orgel und dem evangelischen Posaunenchor unter der Leitung von Till Schiefer begleitet wurde, sorgten danach Tosca von der Ahé und Henrik Bornmann mit Mühlenliedern am Akkordeon für Unterhaltung. Mitglieder des Gemündener Museumsvereins servierten Bratwurst und Steaks, kühle Getränke, Kaffee und Kuchen sowie Ellnroder Backhausbrot. Der Imkerverein war mit einem Stand vertreten. (sr)

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