Informationsveranstaltung zur Biogasanlage in Rosenthal – 120 Teilnehmer

„Kosten werden günstiger“

Interesse: Zahlreiche Rosenthaler Bürger verfolgten gespannt die Erläuterungen. Foto: Moniac

Rosenthal. Rund 120 Rosenthaler Bürger interessierten sich für die Ausführungen zur geplanten Biogasanlage an der Willershäuser Straße.

Zur Klärung der anliegenden Fragen hatte der Rosenthaler Magistrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diplom-Ingenieur Georg Stegemann von der Abteilung Bioenergiedörfer und -systeme der Viessmann-Werke in Allendorf-Eder stellte dazu detaillierte Vorüberlegungen vor.

Stegemann beschrieb zunächst die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, Klima und Umwelt zu schützen und zugleich eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zu gestalten. Insgesamt solle der Energieverbrauch deutlich gesenkt und der Anteil erneuerbarer Energie erhöht werden.

Wärmebedarf größer

Ziel sei es, die Produktion von Strom und Wärme in einem Blockheizkraftwerk zu kombinieren, wobei klar sein müsse, dass bei den Abnehmern der Wärmebedarf mit etwa 88 Prozent viel größer als der von Strom sei. Stegemann listete mit dauerhaft günstigen Kosten, weitestgehender Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und größerer Attraktivität der Kommune für Neubürger die Vorteile regenerativer Nahwärme auf. Für den einzelnen Bürger biete eine Beteiligung auch finanzielle Vorteile: Bei Heizöl müsse man 13,5 bis 15,5 Cent Brutto Vollkosten für eine Kilowattstunde rechnen, wobei die Kostenkurve zudem stetig in die Höhe gehe, bei Energie aus dem Nahwärmenetz seien es etwa acht Cent.

Nach der Vorprüfung des lokalen Energiebedarfs sei der Bau einer vergleichsweise kleinen Biogasanlage mit einer elektrischen Leistung von 250 kW und einer thermischen Leistung von 287 kW zu empfehlen. Dies entspreche der Leistung von 200 000 Litern Heizöl und damit dem durchschnittlichen Bedarf von 65 Vier-Personen-Haushalten. Zu ergänzen sei die Biogasanlage durch einen noch zu klärenden Energieträger für Spitzenlasten.

Zur Finanzierung stellte Stegemann mehrere Möglichkeiten privatwirtschaftlicher oder genossenschaftlicher Konzepte vor, bei denen die Wärmekunden selber zu Investoren werden könnten.

Anhand des Ortsplans von Rosenthal zeigte er die bislang geplante Trasse von etwa einem Kilometer entlang der Willershäuser Straße, die bei Bedarf erweitert werden könne. Die Kosten pro Meter betrügen, abhängig von der Beschaffenheit des Bodens, ungefähr 300 Euro. An staatlicher Förderung seien pro laufendem Meter verlegter Wärmeleitung 100 Euro vorgesehen.

Geringe Geruchsbelästigung

Bezüglich einer möglichen Geruchsbelästigung antwortete Stegemann, eine geringfügige könne entstehen, die Anlage unterliege jedoch den strengen Richtlinien des Landes Hessen. Die ebenfalls zu erwartenden Geräuschemissionen seien außerhalb eines Kreises von 300 Metern völlig unproblematisch, auch hier gebe es klare Grenzwerte. (zmm) Artikel unten

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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