Haina (Kloster)

Auf Kraftakt folgt die Punktlandung

- Haina(Kloster) (apa). Eineinhalb Jahre Bauzeit und 1,8 Millionen Euro für sauberes Abwasser: Die fünfte Kläranlage, die in der Großgemeinde Haina innerhalb von acht Jahren gebaut wurde, war die größte und teuerste.

Obwohl die Kläranlage bereits seit rund einem halben Jahr läuft, feierten die Beteiligten erst gestern die Fertigstellung der neuen Kläranlage nahe der Hörlemühle: Vertreter der gemeindlichen Gremien, des Planungsbüros, der beteiligten Baufirmen, der Energiegesellschaft Frankenberg, des Fachdienstes Wasser und Boden beim Landkreis und nicht zuletzt der Vitos Haina besichtigten die Anlage und ließen sich von den Planern die Details der Funktionsweise erklären. Bürgermeister Rudolf Backhaus blickte auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Direkt nach seinem Amtsantritt sei ihm klar geworden, dass Handlungsbedarf in Sachen Abwasser bestand. „Wir mussten fünf Kläranlagen bauen. Das war ein Riesen-Kraftakt“, erinnerte er sich. So genannte Kleinkläranlagen entstanden in Altenhaina, Hüttenrode, Haddenberg und Oberholzhausen, die zusammen etwa so viel kosteten wie die große neue Kläranlage in Haina. Das Land steuerte jeweils rund 60 Prozent der Kosten bei. „Wir haben gerade noch die Kurve gekriegt“, sagte Backhaus: Hätte die Gemeinde später mit dem Bau der Kläranlagen angefangen, hätte sie keine Zuschüsse mehr bekommen. – Der Kostenrahmen von 1,8 Millionen Euro werde eingehalten, sagte der Bürgermeister: „Das wird eine Punktlandung“.Backhaus sprach dem Planungsbüro ein Lob aus, weil die Kalkulation „fast tagesgenau“ aufgegangen sei. Das Land Hessen zahlt 990 000 Euro, 410 000 Euro muss die Gemeinde finanzieren – so wie zuvor hauptsächlich über Neuverschuldung. Weitere 400 000 Euro tragen die Anwohner und die Vitos gGmbH über Beiträge. „Dabei sind die Bürger noch gut weggekommen“, berichtete Backhaus – da zuvor am gleichen Standort die alte Kläranlage bestand, mussten die Bürger einen Erneuerungsbeitrag zahlen, der deutlich niedriger sei als ein Schaffensbeitrag, der bei Neubauten fällig sei. Das Thema Abwasserreinigung wird die Gemeinde allerdings weiterhin beschäftigen und Geld kosten: Sie verzeichnet einen extrem hohen Anteil an Fremdwasser, also Regen- und Grundwasser, das mit in das Klärwerk fließt und die Abwasserreinigung und die Abwasserreinigung verteuert. „Das müssen wir angehen“, betonte Backhaus. Allerdings stellt sich die Suche nach den Lecks in den Rohren kompliziert dar.

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