Krankenhaus-Protest: Jede Nummer ein fehlender Kollege

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Mit Megafon: Am Krankenhaus Korbach beteiligten sich rund 150 Mitarbeiter an der Aktion, vorne Betriebsratsvorsitzende Annette Boldt.

Waldeck-Frankenberg. Bundesweit fehlen laut Verdi 162.000 Stellen in Krankenhäusern. Dagegen wurde am Mittwoch protestiert. Unter anderem von 150 Mitarbeitern der Korbacher Hessenklinik.

„Schafft Ihr Eure Arbeit wirklich so, wie Ihr Sie in der Ausbildung gelernt habt?“, ruft Annette Boldt ins Megafon. „Nein!“, schallt es aus 150 Kehlen zurück. Es war eine rhetorische Frage, die die Betriebsratsvorsitzende des Korbacher Stadtkrankenhauses am Mittwoch kurz nach 13 Uhr stellte. Denn für sie und die Mitarbeiter, die sich vor dem Haupteingang versammelt hatten, ist klar: „Wir brauchen eine bessere Finanzierung und mehr Stellen in allen deutschen Kliniken.“

Um darauf aufmerksam zu machen, hatte die Gewerkschaft Verdi für Mittwoch zu der bundesweiten Protestaktion „162.000 für 162.000“ aufgerufen. Rein rechnerisch fehlen laut Verdi genau so viele Stellen in deutschen Krankenhäusern. Mit Nummernschildern machten nun Klinikmitarbeiter auf diese Zahl aufmerksam.

So, wie in Korbach. Dort kritisierte Annette Bold die vom Bund geplante Krankenhausreform als „Mogelpackung“. Diese würde Korbach bei ingesamt 630 Beschäftgten gerade einmal eine einzige zusätzliche Stelle in der Pflege für drei Jahre finanzieren, sagte Betriebsratsvorsitzende. „Das ist ein Skandal.“ Zwar könne man in Korbach derzeit alle Stellen besetzen, die Zahl von 76 fehlenden Kräften sei von Verdi für die Stadtklinik tatsächlich rein rechnerisch. Und durch die persönliche Atmosphäre im Haus werde vieles aufgefangen, die Leistungen seien hervorragend, so Boldt. Doch insgesamt nehme der Arbeitsdruck natürlich zu. Daher die Aktion (an der sich übrigens auch Geschäftsführer Christian Jostes beteiligte), um auf bundesweite Defizite bei der Krankenhausfinanzierung hinzuweisen. (mam

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Quelle: HNA

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