Gemünden

Krankentransport mit der Drehleiter

- Gemünden (mba). Wenn eine kranke Person im Notfall nicht zur Haustür hinaus transportiert werden kann, wird es kompliziert. In Gemünden rückte die Feuerwehr mit einer Drehleiter an.

Es war in diesem Jahr schon das zweite Mal, dass die Feuerwehr mit der Drehleiter zu einem solchen Rettungseinsatz anrücken musste, bei dem kein Feuer brannte, berichtete Einsatzleiter Harald Stehl von der Gemündener Feuerwehr. Es galt eine 27-jährige querschnittsgelähmte Frau, die wegen eines medizinischen Notfalls dringend ins Krankenhaus musste, aus dem zweiten Stockwerk eines Wohnhauses in Gemünden zu bergen. „Das Treppenhaus war zu eng, um sie mit einer Bahre zu transportieren“, sagte Stehl. Die einzige Möglichkeit war, die Frau durch ein Fenster mithilfe einer Drehleiter aus dem Haus zu befördern. Als die vom Vater der Frau gerufenen Rettungssanitäter feststellten, dass sie die Frau nicht auf dem herkömmlichen Weg zum Krankenwagen bringen konnten, alarmierten sie die Feuerwehr. Die Frankenberger Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an, die zwar eigentlich nicht für solche Bergungseinsätze konstruiert worden ist, aber dennoch über eine spezielle Vorrichtung verfügt, an der eine Bahre befestigt werden kann. Ein besonderes Problem war, dass die Drehleiter fast waagerecht ausgefahren werden musste, um die relativ niedrige Höhe des Fensters im zweiten Stock zu erreichen. In dieser waagerechten Position kann das Gerät aber nur ein erheblich geringeres Gewicht tragen, als wenn sie in einem steileren Winkel ausgefahren wird, erklärte der Einsatzleiter. Deshalb stieg auch nur ein Feuerwehrmann auf die Drehleiter, ein zweiter half vom Zimmer aus bei der Befestigung der Bahre mit der kranken Frau am Korb. Gesteuert wurde das Gerät vom Einsatzwagen aus. „Die Drehleiter gibt Alarm, wenn das Gewicht zu groß ist“, sagte Stehl. Die Feuerwehrleute mussten sehr behutsam vorgehen, um die Drehleiter nicht zu überlasten. Bei der Aktion komme es daher vor allem auf eine ruhige und genaue Durchführung an, nicht auf Schnelligkeit, sagte Stehl. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Korb der Drehleiter in der richtigen Position war, um die Bahre mit Frau an der Auflage zu befestigen und behutsam auf die Straße zu heben. Dort warteten schon die Rettungssanitäter, die die Frau umgehend in den Krankenwagen luden und zum Krankenhaus brachten. Die Frau war bereits vom Notarzt medizinisch versorgt worden, sodass keine übermäßige Eile geboten war. Eine schnelle Notrettung wäre mit der Drehleiter unter den gegebenen Umständen auch kaum möglich gewesen. An dem Einsatz waren sieben Feuerwehrleute aus Gemünden und vier aus Frankenberg sowie der Notarzt und die Rettungssanitäter beteiligt. Die Feuerwehrleute würden solche Einsätze regelmäßig üben, da sie immer häufiger vorkommen, berichtete Stehl.

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