Seltener Fund in Schreufa

Ein Krebs im Mühlgraben

Frankenberg-Schreufa - Einen sensationellen Fund hat Karl-Heinz Böhle im Graben seiner Schreufaer Mühle gemacht: Beim Ablassen des Grabens entdeckte er einen seltenen Edelkrebs.

„Das ist doch kein Fisch!“, dachte sich Karl-Heinz Böhle, als er in seinem abgelassenen Graben stehend unmittelbar vor seinen Füßen in einer Wasserlache Bewegung sah. Er bat seinen Neffen Dirk Böhle, der ihm beim Abfischen half, den Kescher zu holen. Mit diesem beförderten die beiden schließlich einen stattlichen Krebs ans Ufer. Böhle war sofort klar, dass es sich um einen besonderen Fang handeln musste, denn er hatte schon seit Jahrzehnten keinen Krebs mehr in Nuhne und Mühlgraben beobachtet: „Als Kinder haben wir häufig welche gesehen und gefangen“, erinnerte sich der Fischer.

Was sollte er mit dem seltenen Fang tun? Er rief den in Schreufa wohnenden Gewässerwart des Frankenberger Fischerei- und Naturschutzvereins an, Manuel Vesper. Der konnte jedoch den Krebs nicht mit endgültiger Sicherheit bestimmen. Deshalb fotografierte er zusammen mit Dirk Böhle das Tier zunächst von allen Seiten, bevor sie es auf den Boden des Mühlgrabens zurücksetzen. Karl-Heinz Böhle wunderte sich: Als er wenig später zurückkam, hatte sich das offensichtlich sehr vitale Tier in seinen mit Wasser gefüllten Fußstapfen schon etwa 20 Meter weiter bewegt.

Fachmann hilft

Manuel Vesper wusste sich mit Hilfe der Fotos fachkundigen Rat zu holen. Er schickte die Fotos mit einem Meldeformular an das „Krebsprojekt Hessen“, das vom Verband Hessischer Fischer betreut wird. Dessen Projektleiter, Rainer Hennings, bestimmte das Tier eindeutig als männlichen Edelkrebs. Dieselbe Bestätigung kam ebenfalls von Christoph Dümpelmann vom Büro für Fischbiologie und Gewässerokologie aus Marburg zurück, dem die Meldung ebenfalls zugegangen war. Beide Fachleute zeigten sich in ihren Anschreiben begeistert von dem seltenen Fund.

Der Vorsitzende des Frankenberger Fischerei- und Naturschutzvereins, Bernd Gaydos, drückte seine Hoffnung aus, „dass sich die bereits realisierten und noch durchzuführenden Strukturverbesserungsmaßnahmen an der Nuhne für die Flora und Fauna nachhaltig positiv auswirken.“ Der Verein hatte in der Vergangenheit Anstrengungen zur Ansiedlung einer Krebspopulation unternommen, bisher jedoch ohne Erfolg. Lediglich einen Fund eines Krebses hatte es vor einigen Jahren bei Röddenau gegeben.

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