Bromskirchen: Bürgermeister Frese hat Dokument aus Korbach erhalten

Kreis genehmigt Silbersee-Sanierung

+

- Bromskirchen (sg). Das ganze Jahr über bekam Bürgermeister Karl-Friedrich Frese Nachfragen, wann es denn nun los gehe mit der vom Parlament längst beschlossenen Sanierung des Silbersees und der Renaturierung eines weiteren Abschnitts des Linspherbaches.

Eine verlässliche Antwort konnte er nicht geben – die Gemeinde hatte noch keine Genehmigung für die Arbeiten. Das ist seit gestern anders, da erhielt Frese das lang ersehnte Dokument aus dem Korbacher Kreishaus. Am Ufer des Silbersees liegt ein beliebtes Freizeitgelände mit einer Schutzhütte, die gern zum Feiern genutzt wird. Der vor etwa 30 Jahren angelegte See ist in einem schlechten Zustand, Zu- und Abflüsse sind marode, er drohte mangels Sauerstoffgehalt im Wasser bereits „umzukippen“. Deshalb beschlossen die Gemeindevertreter die Sanierung, dabei sollte auch der angrenzende Abschnitt des Linspherbaches renaturiert werden.

Rund 180 000 Euro sollen die Arbeiten kosten, das Land trägt davon 125 000 Euro. Schon im Frühjahr 2010 hatte Staatssekretär Mark Weinmeister vom hessischen Umweltministerium den Bewilligungsbescheid über die Landeszuschüsse überreicht, im Sommer erhielt die Gemeinde die Genehmigung vom Kasseler Regierungspräsidium – gebaut wurde aber dennoch nicht: Der BUND reichte wie berichtet eine Klage ein, weil er sich an Teilen der Projektplanung störte. Diese Klage zog der BUND später wieder zurück, denn das Regierungspräsidium widerrief seinerseits seine Genehmigung: Der Kreis sei zuständig, befanden die Kasseler. So übernahm der Fachdienst für Wasser- und Bodenschutz der Korbacher Kreisverwaltung das weitere Verfahren.

Die Mitarbeiter hätten versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden und allen Beteiligten entgegenzukommen, betonte Karl-Friedrich Frese gestern. Die Planungen seien schließlich „geringfügig“ abgeändert worden. Frese dankte dem Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf von den Grünen für dessen Bemühungen – der Fachdienst gehört zu seinen Dezernaten. Das Geld sei im Haushalt eingeplant, „es bietet sich an, die Arbeiten im Winter laufen zu lassen“, berichtet Frese. Denn in der Wachstumsphase von April bis Oktober sind sie aus Naturschutzgründen nicht erlaubt. Insofern könnte es in den nächsten Wochen los gehen. Sofern nicht die nächste Klage dazwischenkommt.

Kommentare