Betreiber planen aber weiter

Kreis sieht keinen Bedarf für Altenheim in Frankenau

Frankenau. Für den beabsichtigten Bau eines Seniorenheims in Frankenau sieht der Landkreis aktuell keinen Bedarf. Das teilte Kreissprecherin Petra Frömel der HNA auf Anfrage mit.

Sie bestätigte, dass es ein Gespräch mit der Stadt Frankenau gegeben habe, in dem der Kreis seinen Standpunkt dargelegt habe. Das heißt laut Frömel allerdings nicht, dass in Frankenau nun gar kein Seniorenheim mehr gebaut werden kann. Es würden nach jetzigem Stand nur keine Fördermittel des Landes Hessen an potenzielle Betreiber der Einrichtung fließen.

Zur Erinnerung: In Frankenau konkurrieren die Lebenshilfe und der DRK-Kreisverband um den Bau einer stationären Einrichtung für Senioren (HNA berichtete).

„Nach den Vorgaben des landesweiten Rahmenplans für die pflegerische Versorgung in Hessen besteht seit Jahren ein Überangebot im Landkreis Waldeck-Frankenberg“, sagte Petra Frömel am Dienstag auf Anfrage der HNA. Sie wies darauf hin, dass es für den geplanten Bau einer stationären Senioreneinrichtung in Frankenau derzeit keinen Bedarf aus behördlicher Sicht gebe. „Dies bestätigen auch Statistiken über die tatsächliche Auslastung der Pflegeeinrichtungen für Senioren. Demnach sind im Mittelbereich Frankenberg circa 16 Plätze nicht belegt“, so Frömel. Ein Bedarf an weiteren Altenpflegeplätzen sei im Mittelbereich Frankenberg nicht gegeben. Der Kreis könne deswegen auch keine Bedarfsbestätigung für weitere stationäre Pflegeplätze, wie zum Beispiel für Frankenau, geben.

Petra Frömel wies jedoch darauf hin, dass im Bereich der Altenpflege grundsätzlich ein freier Markt bestehe. Wenn also ein Seniorenheim frei und ohne Fördermittel finanziert werde, habe der Betreiber unabhängig von der Bedarfssituation bei Vorliegen der heimrechtlichen und baulichen Voraussetzungen das Recht auf die Eröffnung und den Betrieb einer solchen Einrichtung. „Das entsprechende Baurecht zu schaffen, obliegt dann der Stadt Frankenau“, sagt Frömel.

Es können laut der Kreissprecherin zudem Konzepte befürwortet werden, die einen besonderen Modellcharakter aufweisen. „Was unter Modellcharakter zu verstehen ist, muss im konkreten Vorhaben in Gesprächen mit dem Ministerium aber noch geklärt werden“, sagt Frömel. Bisher stellten sich die eingereichten Vorhaben der Lebenshilfe und des DRK nahezu gleichartig dar und hätten beide nicht den Modellcharakter, der für eine Empfehlung an das Ministerium erforderlich sei.

Dr. Wolfgang Werner vom Lebenshilfe-Werk betonte am Dienstag gegenüber der HNA, dass seine Einrichtung im Falle fehlender Fördergelder trotzdem weiter das Ziel verfolge, ein stationäres Seniorenheim in Frankenau zu bauen. „Was das Thema ,Förderung’ angeht, gehe ich zudem nicht davon aus, dass da das letzte Wort gesprochen ist“, sagte Werner.

Auch Christian Peter machte deutlich, dass das DRK weiter an den Plänen für den Bau eine Seniorenheims in Frankenau festhalte, selbst wenn es keine Landesförderung gebe. „Das, was ich vor einigen Tagen gesagt habe, gilt noch immer“, sagt der DRK-Geschäftsführer.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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