Zentraler Schulstandort: Gemeinde soll für genügend Klassenräume in Haina sorgen

Kreis will nicht investieren

Haina/Löhlbach. Haina soll zwar zentraler Schulstandort werden, aber die nötigen zusätzlichen Klassenräume soll die Gemeinde kostenlos zur Verfügung stellen.

Das beschloss der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag nach Angaben von Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus. Vom Landkreis selbst war trotz mehrfacher Anfragen der HNA zu diesem Beschluss weder am Dienstag noch am Mittwoch eine Stellungnahme zu erhalten. Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer teilte das Ergebnis gestern dem Bürgermeister mit. Und der nahm die Entscheidung mit gespaltenen Gefühlen auf. Der nun offizielle Beschluss, dass die Kinder der Großgemeinde ab August tatsächlich in Haina beschult werden sollen, schaffe nun Klarheit für Eltern und Kinder, sagte Backhaus.

Er könne nachvollziehen, dass der Landkreis „aufgrund der finanziellen Schieflage keine Investitionen tätigen will, zumal der zusätzliche Schulraum nur vorübergehend benötigt wird“. Wie berichtet, würden an der Schule in Haina – zusätzlich zu den vorhandenen vier Klassenräumen – zwischen 2012 und 2016 ein bis zwei zusätzliche Räume gebraucht, danach gingen die Schülerzahlen wieder zurück.

Doch der Bürgermeister betont auch, „dass die Gemeinde nicht für die Kosten von Schulraum aufkommen kann, den der Landkreis laut Gesetz stellen muss.“ Aber er setze auf Gespräche mit dem Kreis. „Möglicherweise gibt es Alternativen zu einer Sanierung in Löhlbach oder einem Anbau in Haina, und es könnten tatsächlich hohe Kosten vermieden werden.“

Über solche Möglichkeiten, wie etwas Unterbringung einer Klasse im Bürgerhaus oder Kindergarten Haina oder das Aufstellen eines Containers. sei bisher nur ansatzweise geredet worden. Da die vier Hainaer Klassenräume bis 2012 ausreichten, sei noch etwas Zeit, im Detail zu klären, wie diese temporäre Lösung aussehen könnte, sagte er. Allerdings macht der Bürgermeister auch deutlich, dass die Entscheidung des Kreisausschusses die Frage des dauerhaften zentralen Schulstandorts in der Gemeinde, nicht klar beantworte und damit zu befürchten sei, dass der Schulstreit weitergehe.

Wie berichtet, hatten die Eltern in der Gemeinde gehofft, dass eine Wirtschaftlichkeitsstudie des Landkreises Klarheit schaffe. Sie sollte unter anderem klären, ob es günstiger sei, die große Schule in Löhlbach zu sanieren oder einen Anbau an der Hainaer Schule zu errichten.

Nach HNA-Informationen würden an beiden Standorten jeweils Investitionen von mehreren 100 000 Euro nötig, wobei die Kosten in Haina etwas niedriger lägen. Doch das Ergebnis der Prüfung ist für den Kreisausschuss nicht vorrangig, da er weder in Haina noch in Löhlbach investieren will.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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