Wertschätzung leidet

Kreiskrankenhaus in Frankenberg: Betriebsrat kritisiert Management

Frankenberg. Die gegenwärtige Diskussion zur wirtschaftlichen Situation des Kreiskrankenhauses in Frankenberg führt nicht dazu, dass der Standort Frankenberg gestärkt wird. Das stellt der Betriebsratsvorsitzende der Klinik, Uwe Patzer, in einer Pressemitteilung fest.

Die Wertschätzung der Abteilungen und der Chefärzte leide vielmehr massiv und sorge bei den Betroffenen nicht nur für Unverständnis und Demotivation, sondern füge dem Krankenhaus zudem einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Schaden zu, meint Patzer.

Dabei erinnert der Betriebsratsvorsitzende daran, dass das Krankenhaus häufig voll belegt sei. Demzufolge stünden die Mitarbeiter täglich vor einem hohen Arbeitsaufwand. „Das Haus ist voll, die Mitarbeiter arbeiten bis zum Umfallen und es bleibt nichts übrig“, kritisiert Patzer.

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Die gute Belegung und der enorme Arbeitsaufwand auf der einen Seite und die ständigen Hiobsbotschaften wie drohende Insolvenz auf der anderen Seite, würden aus Sicht vieler Kollegen nicht zusammenpassen, schreibt der Chef des Betriebsrats der Klinik. Patzer: „Irgendwas läuft in unserem Laden kräftig schief.“

Uwe Patzer

Für den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden und Mitglied im Krankenhaus-Aufsichtsrat, Eddy Röse, führt die aktuelle Diskussion um die Kreisklinik nicht nur zur Demotivation der Mitarbeiter, sondern auch in eine gefährliche Abwärtsspirale: Dadurch könne das Krankenhaus auf Dauer an Bedeutung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis verlieren, meint Röse.

Deshalb warnen Patzer und Röse davor, die Schuld vornehmlich bei den Beschäftigten zu suchen. Die hätten in den vergangenen zehn Jahren durch den Austritt aus dem Tarifvertrag ohnehin keine nennenswerten Lohnzuwächse gehabt. „Selbst nach dem Wiedereintritt in den Tarifvertrag haben alle nichtärztlichen Beschäftigten mit einem sogenannten zukunftssichernden Tarifvertrag wiederum auf nicht unerhebliche Lohnbestandteile verzichtet.“

Deshalb sei es an der Zeit, die Probleme nicht nur bei den völlig „überbezahlten Krankenschwestern“ zu suchen, meinen Patzer und Röse ironisch. Vielmehr müssten auch einmal an anderer Stelle gewisse Managemententscheidungen oder Nichtentscheidungen hinterfragt werden: „Die Löhne sind nicht die einzigen Stellschrauben in einer Klinikbilanz.“ (nh/mjx)

Quelle: HNA

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