Kreistag lehnt Windkraft-Resolution der FWG ab

Waldeck-Frankenberg. Der Kreistag hat einen Resolutionsantrag der FWG zum Ausbau der Windenergie mit Mehrheit abgelehnt, nur die FDP stand der Fraktion bei.

Die Windenergie dürfe „nur im Konsens mit der Bevölkerung“ ausgebaut werden, die Belange des Tourismus und der Einwohner müssten dabei beachtet werden. So formulierten es die Freien Wähler in einer Resolution, die sie am Donnerstag dem Kreistag vorlegte. Doch nur die Liberalen standen der FWG bei – die übrigen Fraktionen lehnten ab.

Die FWG griff den wachsenden Unmut in Nordwaldeck gegen neue Vorrangflächen für Windräder auf. Dort drehen sich schon zahlreiche Rotoren – allein in Diemelsee sind es rund 70. Und auf westfälischer Seite planen die Arnsberger Bezirksregierung und die Stadt Marsberg munter weiter.

Gerade Willingen und die übrigen Kommunen des Naturparks Diemelsee befürchten negative Auswirkungen auf den Fremdenverkehr, wenn voraussichtlich im September weitere Flächen im Teilregionalplan Energie für Nordhessen ausgewiesen werden. Möglich wird das auch durch die geplante Verlegung des Wetterradars von Flechtdorf in den Kellerwald.

Deshalb forderte die FWG-Fraktion in der Resolution die Landesregierung und das Kasseler Regierungspräsidium auf, die schon vorhandene Belastung der Bevölkerung durch „überproportional viele“ Windräder bei den Planungen zu berücksichtigen. Außerdem dürfe „das bedeutsame Landschaftsbild“ in der „Tourismus-Region Nummer 1 in Hessen“ durch den Ausbau der Windenergie „nicht nachhaltig“ geschädigt werden.

Kai Schumacher verteidigte die Resolution. Es gebe ein Problem mit der Menge der Windräder, die Menschen dürften nicht zu stark belastet werden. Er und sein Fraktionskollege Heinfried Horsel verwiesen auf die Bedeutung des Tourismus.

Doch die anderen Fraktionen lehnten die Resolution ab und bekundeten ihr Vertrauen in die Arbeit der Regionalversammlung, die voraussichtlich im September den Teilregionalplan Energie verabschiedet. Der legt fest, wo Windvorrangflächen ausgewiesen werden.

Lediglich FDP-Fraktionschef Dieter Schütz dankte der FWG für ihren Antrag. Tausende hätten Einwendungen gegen den neuen Teilregionalplan eingereicht, doch die würden in Kassel kaum erfasst: „Der Frust über dieses bürgerfeindliche Vorgehen wächst.“

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Quelle: HNA

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