Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins über die neue Bahnhofstraße

Kreisz: „Herzstück Frankenbergs“

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Frankenberg - „Wir können uns mit Oberzentren messen“, sagt André Kreisz, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins Frankenberg, im Interview mit FZ-Redaktionsleiter Rouven Raatz.

Wie problematisch war für die Frankenberger Kaufleute die fast einjährige Bauphase? Wir waren es, die die Gesamtbaumaßnahme Bahnhofstraße Ost und West in nur einem Jahr realisiert haben wollten. Dass es während dieser Zeit auch mal massive Einschnitte geben würde, war klar. Nun ist es aber geschafft, und wir blicken optimistisch ins neue Jahr.

Wie haben die Kunden auf die Baustelle reagiert? Die Kunden haben diesen Bereich messbar gemieden. Die sich oft ändernden Befahrungssituationen und eine permanente Umleitung haben viele Kunden abgeschreckt. Das hatte auch Auswirkungen auf die Fußgängerzone, die von der Zubringerfunktion der Bahnhofstraße partizipiert. Mit fortschreitendem Baufortschritt hatte man sich schon langsam arrangiert. Das ist nun im wahrsten Sinne des Wortes Schnee von gestern.

Wie hat sich für Sie als Vorsitzendem des Kaufmännischen Vereins die Zusammenarbeit mit Stadtbauamt und Bauarbeitern dargestellt? Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat vorbildlich funktioniert. Wir danken Bürgermeister Rüdiger Heß sowie allen beteiligten städtischen Abteilungen für die Unterstützung. Insbesondere möchte ich aber Karsten Dittmar als Leiter des Stadtbauamtes danken, der diese Baumaßnahme mit Hingabe ausgeführt hat. Er war ständiger Ansprechpartner und permanent vor Ort, um zu lenken und im Sinne aller Beteiligten dieses Projekt voranzutreiben. Und das mit vollem Erfolg. Dafür noch mal herzlichen Dank. Aber auch die beteiligten Baufirmen und Planer haben an diesem Großprojekt wirklich hervorragend flexibel gearbeitet. Das ist in dieser Form alles andere als selbstverständlich. Und darum dürfen wir uns auch an dieser Stelle herzlich bedanken.

Inwiefern profitiert die Kaufmannschaft von der Umgestaltung der Bahnhofstraße? Die Bahnhofstraße ist das Herzstück Frankenbergs. Nun sieht der Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Uferstraße so aus, dass wir uns mit Oberzentren messen können. Der Bereich wirkt einladend, und das ist Voraussetzung für die Erhöhung der Verweildauer der Gäste und Kunden. Wir sind sehr optimistisch. Auch die Fußgängerzone wird davon profitieren, denn der kurze Sprung aus der Bahnhofstraße mal eben in die Fußgängerzone ist wieder möglich.

Gefällt der Kaufmannschaft Frankenbergs neue Mitte? Die Realisierung ist Ergebnis eines Planungsprozesses, in den sehr viele Kriterien eingeflossen sind. Am Ende steht ein Kompromiss, der sich sehen lassen kann und kaum einen Vergleich scheuen muss.

Haben Sie Bedenken – etwa zum Verkehrsfluss? Wir wünschen uns, dass die Verkehrsgutachten bezüglich
der Funktionsfähigkeit der Fahrbahnveränderungen recht behalten und alles reibungslos abläuft. Das scheint aber auch aus jetziger Sicht möglich. Wir werden in den nächsten Tagen durch die Sperrung der Umgehung schon die erste Nagelprobe bestehen müssen, sind aber optimistisch, dass alles bestens funktioniert.

Welche Wünsche haben Sie an die weitere Stadtsanierung? Die Stadtsanierung ist ein Prozess, der über viele Jahre läuft. Selbst im unmittelbaren Umfeld stehen Gebäude, die stark renovierungsbedürftig sind. Vielleicht ist nach Fertigstellung des Kernbereichs auch der ein oder andere Eigentümer bereit zu investieren, denn so sichert man den Werterhalt und steigert die Vermietbarkeit. Aber der nächste und wichtigste Schritt ist die Attraktivierung unserer Fußgängerzone mitsamt dem in die Jahre gekommenen Parkhaus. Mit der Schaffung eines Business Improvement Districts (Anmerk.
d. Redaktion: innerstädtisches Geschäftsquartier mit Zwangsumlagen) könnte hier ein Grundstein gelegt werden. Wir würden uns freuen, zusammen mit den städtischen Gremien in einen zukunftsweisenden Dialog treten zu können mit dem Ziel: ohne Zeitverluste positive Veränderungen zu erwirken. Das alles versteht sich unter Berücksichtigung der zugrunde
liegenden Haushaltslage.

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