Kriminalität in der Öffentlichkeit stieg um fast 30 Prozent

Waldeck-Frankenberg. Eine deutliche Steigerung der sogenannten Straßenkriminalität weist die Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 für Waldeck-Frankenberg aus.

Im vergangenen Jahr wurden demnach 1390 Fälle im Landkreis registriert, das sind 316 Fälle oder 29,4 Prozent mehr als im Vorjahr 2013.

Die 1390 Fälle von Straßenkriminalität im Kreis stellen den höchsten Wert in den vergangenen sechs Jahren dar. Der Anstieg ist für die Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg und das Polizeipräsidium Nordhessen in doppelter Hinsicht ärgerlich. Einerseits war die Entwicklung der Straßenkriminalität in der Tendenz der vergangenen Jahre eher rückläufig, hatte 2012 mit 1016 Fällen den vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Andererseits wissen die Beamten, dass Straftaten in der Öffentlichkeit - also auf Straßen, Wegen und Plätzen - das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigen.

Sachbeschädigung aller Art 

Die Straßenkriminalität fasst verschiedene Delikte zusammen. Darin enthalten sind auch die registrierten Sachbeschädigungen aller Art. Auch hier verzeichnet die Kriminalstatistik mit 780 Taten im Jahr 2014 eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (607 Fälle). Bei den Sachbeschädigungen liegt nach Angaben der Polizei die Beschädigung von Autos traditionell an der Spitze. Sie stieg 2014 mit 403 Taten gegenüber 292 Fällen im Jahr 2013 deutlich: Der Anstieg um 111 Taten bedeutet eine Steigerung um 38 Prozent. An erster Stelle der Kfz-Sachbeschädigungen lagen das Zerkratzen (164 Fälle), das Zerschlagen und Treten (78) und das Reifenstechen (54). Hinzu kommt, dass sich die Ermittlungen der Polizei bei diesen Delikten schwierig gestalten. So lag 2014 die Aufklärungsquote bei den Auto-Beschädigungen im Landkreis bei lediglich 16,1 Prozent.

Die Raubdelikte - also die Wegnahme von Sachen mit Gewalt - sind nach dem Höchststand im Jahr 2008 (69) auf 38 Fälle im Jahr 2014 in Waldeck-Frankenberg zurückgegangen. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik waren die Opfer nicht etwa ältere oder schwächere Menschen, sondern vielmehr zumeist alkoholisierte, jüngere Männer. Das bevorzugte Raubgut: Handys und Portmonees.

Ein sehr sensibler Bereich der Raubdelikte sei der Handtaschenraub, den die Öffentlichkeit mit starken Emotionen verfolge, teilte die Polizei mit. Hier sei die Zahl auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Statistik weist für 2014 sechs Fälle im Kreis aus - einer wurde aufgeklärt.

Quelle: HNA

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