Kritik an Lieferung von Burgwald-Wasser nach Südhessen

Wollgrasblüte im Burgwald: Feucht- und Moorgebiete mit Wollgras sind typisch für den Burgwald. Naturschützer fürchten, dass sie durch Wasserentnahme leiden könnten. Foto Kalden

Burgwald. Die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ fürchtet, dass die einzigartige Natur im Burgwald Schaden nehmen könnte, wenn in Trockenzeiten zuviel Wasser im Burgwald gefördert würde, um die Versorgung im Rhein-Main-Gebiet sicherzustellen.

Keine Gefahr für den Burgwald sieht hingegen der Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW), der künftig Wasser in Richtung Südhessen liefern wird.

Möglich wird diese Lieferung durch die Kooperation des ZMW mit der Oberhessischen Versorgungsbetriebe GmbH. Das Aktionsbündnis „Rettet den Burgwald“ ist laut Sprecherin Dr. Anne Archinal nicht generell gegen einen Export gewisser Wassermengen. Aber die Lieferungen dürften nur nach den strengen Kriterien der umweltschonenden Grundwassergewinnung erfolgen, sagte sie auf HNA-Anfrage.

Es gelte, die empfindlichen Naturschutzgebiete, insbesondere die Moore im Burgwald zu schützen. Gerade zu Zeiten besonderer Trockenheit – dann also, wenn im Rhein-Main-Gebiete sehr viel Wasser gebraucht werde – bestehe durch hohe Entnahme die Gefahr, dass die Moore trocken fallen.

Diese strengen ökologischen Kriterien werden bei der Trinkwassergewinnung im Vogelsberg angewendet. Sie hatten zur Folge, dass aus dem Vogelsberg weniger Wasser in das Rhein-Main-Gebiet fließen darf. Um diese Versorgungslücke zu schließen, wird der ZMW Wasser in Richtung Süden liefern.

„Rettet den Burgwald“ sieht eine „Verlagerung des ökologischen Risikos vom Vogelsberg in den Burgwald“ und protestiert „auf das Schärfste“. Das Aktionsbündnis fordert, dass auch bei der Trinkwasserförderung im Burgwald diese strengen von Land empfohlenen Kriterien angewendet werden. Der ZMV fördert Wasser bei Kirchhain, Stadtallendorf und Wohra.

Für das Wasserwerk Wohratal muss der Zweckverband einen neuen Wasserrechtsantrag stellen, der bisherige erlischt 2014. „Anstatt das im Vogelsberg gut funktionierende, umweltschützende System mit in die Beantragung einzubauen, verweigert die Geschäftsführung des ZMW die Kooperation mit dem Naturschutz“, kritisiert die Aktionsgemeinschaft. Und die Naturschützer fordern auch das Regierungspräsidium auf, die umweltschonende Grundwassergewinnung vorzuschreiben.

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Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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