Rosenthaler Landjugend feiert 60-jähriges Bestehen

Kubat: "Das ist gelebte Landlust"

Der Bändertanz rund um die Erntekrone war der Höhepunkt am Samstagabend beim Landjugendjubiläum in Rosenthal.

Rosenthal - In drei Generationen präsentierte sich die Rosenthaler Landjugend am Samstagabend bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen in der Sport- und Kulturhalle.

Mit einem Volkstanz im feinen Anzug statt in Tracht eröffneten die aktuellen Vorstandsmitglieder der Rosenthaler Landjugend am Samstagabend den dreistündigen Festakt zum 60-jährigen Bestehen. Viele Ehemalige und Ehrengäste füllten gemeinsam mit den Rosenthalern und Gastgruppen die Sport- und Kulturhalle bis auf den letzten Platz. „Die 60 Jahre waren so kunterbunt wie die Halle geschmückt ist“, sagte Vorsitzender Michael Lerch. Die Moderation des Abends übernahmen die beiden Stellvertreter Franziska Happel und Stefan Leonhäuser. Im Mittelpunkt stand der Volkstanz.

Die Geismarer Landjugend, älteste Gruppe in Hessen, tanzte in blauen Hessenkitteln mit neun Paaren den „Zillertaler“ und den „Gummener“. Die Hauberner Hessenmeister zeigten die Tänze „Runder Geburtstag“ und „Kieler Sprotten“. Die Trachtengruppe Laisa erntete für den „Nagelschmied“ und „Mallemolen“ viel Applaus.

Höhepunkte waren die Auftritte der Rosenthaler Gruppen. Die Volkstänzer der 80er und 90er Jahre hatten sich zu Übungsstunden getroffen. Sie zeigten die „Sternpolka“ und den „Großen Achter“. Uwe Selbach erinnerte an die erfolgreiche Zeit. Anschließend bezogen die Tänzer das Publikum in die „Sternpolka“ mit ein. Die aktuelle Volkstanzgruppe, verstärkt mit einigen Ehemaligen, begeisterte mit dem klassischen Bändertanz rund um die Erntekrone.

Die Landjugend der ersten Generation trug mit einem Sketch zum Programm bei. Annemarie Salzmann, Anni Krauskopf, Maria Klinge, Andreas Lerch, Heinrich Salzmann und Heinrich Krauskopf standen auf der Bühne. Wilhelm Detsch erinnerte an die Gründerzeit der Landjugend 1952. „Wir Jungs sind damals in die alte Schule eingedrungen, so hat alles angefangen mit uns“, erzählte der 75-Jährige. Der Rosenthaler Männergesangverein, am Samstag dirigiert von Christine Engel, sang „Die Rose“ und „Der Wanderer“.

Zahlreiche Ehrengäste gratulierten der Landjugend zum runden Geburtstag. „Die Gründung der Landjugend war ein neuer Aufbruch im kulturellen Leben der Stadt Rosenthal“, sagte Bürgermeister Hans Waßmuth, selbst aktiver Volkstänzer. Er machte den Jugendlichen Mut, trotz demografischem Wandel weiter Nachwuchstänzer zu werben. Landrat Dr. Reinhard Kubat hob den hohen Stellenwert der Waldeck-Frankenberger Landjugendgruppen für das Landleben hervor. „Das ist gelebte Landlust“, rief er den Rosenthalern zu.

Der Vizepräsident des hessischen Bauernverbandes, Armin Müller, ging auf den „Heiratsmarkt“ in der Landjugend ein: „Der hat dem ländlichen Raum nie geschadet, ihn sollte man weiter forcieren“. Viele Großeltern seien heute stolz darauf, wenn ihre Enkel die Volkstanztradition fortsetzen.

„Die Vergangenheit im Auge behalten und an die Zukunft denken“, mit diesen Worten charakterisierte Fritz Schäfer die Landjugendarbeit. Weitere Grußworte sprachen die Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Christa Rauhio, die stellvertretende Vorsitzende der hessischen Landjugend, Carolin Hecker, die Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Reinhard Kahl sowie die FDP-Kreisvorsitzende Dieter Schütz.

Für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaft ehrten Landrat Dr. Reinhard Kubat und Carolin Hecker acht Mitglieder mit Ehrennadeln der hessischen Landjugend: Andreas Waßmuth (Bronze), Jürgen Engel, Matthias Schmidt, Simone Boucsein, Christiane Trust, Andreas Loth, Hilmar Detsch (alle Silber) und Lothar Detsch (Gold).

Im Anschluss an das offiztielle Programm spielte die Band „Silver Boys“ zum Tanz auf.

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