Gemünden

Kubat: „Sie sind ein Vorbild für uns alle“

- Gemünden (gl). Am 1. März fiel Talon in das eiskalte Wasser der Wohra. Sein Vater fischte ihn aus dem Nässe, sein Nachbar Christoph Kodym belebte den Jungen wieder. Gestern wurde er für diese Heldentat geehrt.

„Das freut mich sehr. Aber was mich am meisten freut, ist, dass es Talon heute gut geht“, sagt Christoph Kodym. Der 36-Jährige nahm gestern eine „provisorische“ Urkunde von Landrat Reinhard Kubat entgegen. „Sie werden sicherlich noch die Ehrenmedaille des Landes Hessen erhalten“, sagte Kubat zu Kodym. Die zu beantragen habe ihm aber zu lange gedauert, er wolle Kodym jetzt ehren. Eine Rettungstasche gab es ebenfalls dazu. Gemündens Bürgermeister Frank Gleim überreichte dem Vater einen „Gutschein“ des Magistrats: Für ein Jahr darf sein Sohn Jannis kostenlos die Kita Wolkenland des Roten Kreuzes besuchen, in der sein Vater für die Rettung des kleinen Talon Mattheis geehrt wurde.

Talon, der im Juni zwei wird, war Anfang des Monats beim Spielen mit einer ganzen Gruppe von Kindern am Kunst- und Erlebnispfad nahe der Gemündener Reithalle in den eiskalten Fluss gerutscht, trotz wachsamen Blickes seines Vaters und Christoph Kodym unbemerkt. Als sein Fehlen auffiel, war sein Vater ins Wasser gesprungen und hatte den Jungen aus dem Wasser gefischt. Christoph Kodym ist ausgebildeter Rettungsassistent, arbeitet in der Rettungsleitstelle des Landkreises Marburg-Biedenkopf. „Da denkt man nicht groß nach“, sagte Kodym. Er habe einfach funktioniert, auch wenn der Grad der Wachsamkeit in der Freizeit ein anderer sei, als beim Arbeiten. Nach der Wiederbelebung durch Kodym – das Herz des Kindes war stehengeblieben – wurde der Junge mit dem Rettungshubschrauber in die Marburger Klinik geflogen. Talon ist inzwischen wieder wohlauf.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 24. März

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