Ellershausen

Kubat: Umfahrung der Bärenmühle dient sanftem Tourismus

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- Ellershausen (apa). Die Notwendigkeit einer Umfahrung der Bärenmühle im Sinne eines sanften Tourismus im Lengeltal hat der Frankenauer Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat bei einem Ortstermin betont.

Weil die Wellen um die geplante Umfahrung der Bärenmühle hoch schlagen, unterstrich der Rathauschef die Bedeutung der Umfahrung für den sanften Tourismus im Lengeltal. Denn dieser Tourismus im Einklang mit der Natur werde in der Region ein immer wichtigeres wirtschaftliches Standbein. Deshalb sei es „eine der ureigensten Aufgaben der Kommunalpolitik“, die notwendige Infrastruktur für die Entwicklung von entsprechenden Angeboten zu schaffen. Das Lengeltal sei ein Kleinod für Frankenau, das es gelte, im Sinne eines sanften Tourismus zu erhalten, ohne es zu zerstören.

Zwei Bauabschnitte

Die geplante Maßnahme besteht aus zwei Bauabschnitten: Der erste ist die Asphaltierung der 735 Meter langen Schotterpiste ins Lengeltal. Dieser war bereits vor drei Jahren geplant, als noch keine Förderung in Aussicht stand.

Das ist in diesem Jahr anders: Weil der Radweg R6 vom Lengel- ins Edertal verlegt wurde, wurde der Stadt Frankenau quasi als Entschädigung eine finanzielle Unterstützung für die Asphaltierung des Schotterwegs zugesagt. Die Baumaßnahme muss aber noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden, um gefördert zu werden – im nächsten Jahr wäre diese Chance vertan.

Der erste Bauabschnitt macht nur Sinn, wenn auch der zweite Bauabschnitt – eine 172 Meter lange Umfahrung der Bärenmühle – folgt; darin sind sich alle Beteiligten einig. Denn die Teertrasse ins Tal würde Auto- und Radfahrer zu einer höheren Geschwindigkeit animieren, was auf der Hofdurchfahrt zu einem tödlichen Risiko führen könne, erläuterte der Rathauschef.

Das ist auch die Sorge von Christiane Kohl, die das Anwesen gemeinsam mit ihrer Schwester restauriert und zu einem Landhotel umgebaut hat. Für sie geht es um die Sicherheit ihrer Gäste. Denn die Strecke ins Tal führt direkt über den Hof der Mühle weiter. Wer aus dem „Hugenottenstübchen“ tritt, steht unmittelbar auf der Hofdurchfahrt, Kinder von Feriengästen spielen auf dem Hof und laufen hin und her. Die Stadt Frankenau steht in der Haftung. „Da ist es einfach unsere Pflicht, für Verkehrssicherheit zu sorgen“, betont Kubat.

Der Magistrat habe mehrfach intensiv über die Pläne beraten. „Wir haben immer wieder abgewogen“, sagte Kubat – besonders wegen der Einwände der Naturschutzverbände. „Aus allen Fraktionen kam immer wieder ein klares Ja zu der Maßnahme“. Das Gremium sei sich stets einig gewesen, dass der Bau der Umfahrung notwendig und wichtig ist, berichtete der Frankenauer Bürgermeister.

Auf etwa 70 Metern führt der Schotterweg durch einen Randbereich des Naturschutzgebietes Lengeltal. Um die Auswirkungen auf das Gebiet möglichst gering zu halten, wurde die Planung verändert: Die Einstiegshöhe der Brücke werde nun 70 Zentimeter unter Bodenniveau angelegt, so dass auf der anderen Seite des Lengelbaches kein hoher Wall notwendig sei, beschrieb Christiane Kohl. Damit werde der Eingriff in das angrenzende Naturschutzgebiet minimiert, fügte der Bürgermeister hinzu. Nach der Querung der Lengel wird der Weg nur geschottert, nicht geteert.

Zudem wird die Asphaltierung des Weges ins Tal an die Breite der bestehenden Straße angepasst. Statt der ursprünglich vorgesehenen Breite von 3 Metern sind nun 2,80 Meter geplant. Die bisherigen Wegstücke, die an die Durchfahrt des Mühlenensembles grenzen und nach der Baumaßnahme nicht mehr befahren würden, werden zurückgebaut.

Die Finanzierung der beiden Bauabschnitte wird großzügig gefördert: Das Land Hessen trägt 80 Prozent der Baukosten in Höhe von 255 000 Euro. Davon sind 200 000 Euro für den Bau des Teerweges von Ellershausen ins Tal veranschlagt. Der Landkreis beteiligt sich mit 10 Prozent, auch Hessen-Forst zahlt einen Anteil. Die Eigentümer der Bärenmühle beteiligen sich ebenfalls mit einem „angemessenen Betrag“, betonte Kubat. Somit könne nicht die Rede davon sein, dass im Lengeltal mit zweierlei Maß gemessen werde (FZ berichtete).

Die Umfahrung diene im Übrigen nicht nur der Bärenmühle, sagte Reinhard Kubat, sondern auch den Besitzern, Lieferanten und Urlaubsgästen der Huhnsmühle, die über denselben Weg angefahren wird. (apa)

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