Kubat will Elektroautos für den Kreis

- Frankenberg (gi). Der Arbeitskreis der Wirtschaft traf sich bei einem Informationsabend zum Thema „Elektromobilität“ im Autohaus Beil. Die Französin Beatrice Degand, Direktorin für Elektromobilität bei Renault Deutschland, stellte die Pläne ihres Unternehmens vor.

Der Arbeitskreis für Wirtschaft und Kommunalfragen (AFK) hatte am Dienstag ins Frankenberger Autohaus Beil zu einem Vortragsabend eingeladen. Rund 70 heimische Unternehmer informierten sich über ein zukunftsweisendes Thema: „Elektroautos – Null Emission und nachhaltige Mobilität für alle“. Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat war gekommen. Referentin des Abends war die Französin Beatrice Degand von Renault Deutschland, Direktorin für Elektromobilität. Mit Charme und Fachkenntnis fesselte sie das Auditorium in fließendem Deutsch mit interessanten Nachrichten: Ab 2011/2012 wird Renault vier elektrisch betriebene Pkw-Modelle auf den Markt bringen. Die deutschen Automobilhersteller hinkten da noch etwas nach, meinte die Referentin, obwohl doch hier der Umweltschutzgedanke Konjunktur habe. Denn der Schutz der Umwelt sei eine der Haupttriebfedern für den Bau emissionsloser Fahrzeuge. In Frankreich sei man beispielsweise auch auf dem Sektor „Batterien“ gut vorangekommen, die Haltbarkeit betrage inzwischen mehr als zehn Jahre. Die E-Autos hätten eine Reichweite von 60 beziehungsweise 150 Kilometern. Umfragen hätten ergeben, dass über 90 Prozent der Pkw-Nutzer weniger als 60 Kilometer pro Tag zurücklegen. Wenn eines Tages eine intakte Infrastruktur für Elektro-Autos („Elektrotankstellen“) existiere, sei auch das Austauschen „voller Batterien“ kein Problem mehr und in wenigen Minuten zu schaffen. „Sie müssen Ihre Stadt dafür begeistern“, sagte die Französin. Ein wichtiger Aspekt: Elektroautos müssen erschwinglich sein, verglichen mit den derzeitigen Benzinkarossen. Und auch diesbezüglich scheinen die Franzosen die Nase vorn zu haben, denn der französische Staat hilft beim Kauf mit spürbaren Subventionen, sodass unterm Strich ein fast ausgeglichenes Preisniveau erreicht ist. Die Bundesregierung habe in ihrem „Nationalen Entwicklungsplan die Elektromobilität“ erst für das Jahr 2015 Fahrten mit „alltagstauglichen E-Autos von mehr als 300 Kilometern ohne Aufladen“ angepeilt, erfuhren die Zuhörer. Eine Kaufprämie von mehreren Tausend Euro zur Ankurbelung der Elektromobilität lehne die Bundesregierung momentan aber ab. Das verzerre laut Wirtschaftsminister Brüderle den Wettbewerb – das E-Auto müsse sich am Markt durchsetzen. Die Franzosen hingegen setzten diesbezüglich auf Tempo. Beatrice Degand: „Unsere Zielsetzung ist, dass bis 2020 zehn Prozent des Verkehrs durch Elektro-Autos bestritten werden.“ Probleme wie Kaufpreis, Reichweite und Batterielebensdauer „haben wir weitgehend im Griff“, versicherte sie. An möglichen Verbesserungen werde intensiv gearbeitet. Auf den Vortrag folgte eine angeregte Diskussion. Landrat Dr. Reinhard Kubat zeigte sich begeistert von den Chancen, die sich durch den Einsatz von Elektromobilität auftun: „Ein höchst spannendes Thema!“Er wolle für den Kreis Waldeck-Frankenberg „eine kleine Flotte“ von Elektroautos anschaffen lassen, „um Nachahmer zu finden“. Die Sache müsse unbedingt unterstützt werden, betonte Kubat. Zu Beginn des Informationsabends hatte AFK-Vorsitzender Klaus Gantner die Referentin mit herzlichen französischen Worten willkommen geheißen. Er wies darauf hin, dass „elektrische Antriebe“ im Verkehr nichts Neues seien: „Straßenbahnen und Züge fahren schon lange mit Strom.“ Gantner sieht die aktuelle Entwicklung in Deutschland optimistisch: „Ziel des nationalen Entwicklungsplans für Elektromobilität ist es, Deutschland zum Leitmarkt auf diesem Sektor zu machen und bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen.“

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