Interview mit Dekanin Petra Hegmann

Nur noch zwei volle Pfarrstellen für Frankenau, Louisendorf und Geismar?

Kirche in Louisendorf: Dem Kirchspiel stehen ebenso wie den Kirchengemeinden Frankenau und Geismar Veränderungen bevor. Dabei werden unter anderem Pfarrstellen reduziert. Archivfoto: nh

Frankenau. Die drei Kirchengemeinden Frankenau, Louisendorf und Geismar stehen vor einer Neuregelung der Zahl der dortigen Pfarrstellen (HNA berichtete).

Jetzt äußert sich Dekanin Petra Hegmann im HNA-Interview zu den Gesprächen, die derzeit intensiv geführt werden.

Seit mehreren Wochen diskutieren Sie mit Pfarrern, Kirchenvorständen und Vertretern der Landeskirche über eine Pfarrstellenanpassung in Frankenau, Louisendorf und Geismar. Was steckt dahinter? 

Petra Hegmann: Ziel der Pfarrstellenanpassung ist es, landeskirchenweit vergleichbare Größen von Kirchengemeinden zu schaffen. Das bedeutet leider auch, dass in einigen Kirchengemeinden aufgrund des dortigen Rückgangs der Zahl der Kirchengemeinde-Mitglieder volle Pfarrstellen nicht mehr in dem Umfang aufrecht gehalten werden können, wie es bislang der Fall war. Man muss die Versorgung mit Pfarrstellen künftig so organisieren, dass die Verteilung gerecht ist.

Was bedeutet das konkret für Frankenau, Louisendorf und Geismar? 

Hegmann: Von drei vollen Pfarrstellen, die es derzeit im Kirchspiel Louisendorf, in der Kirchengemeinde Frankenau, und in der Kirchengemeinde Geismar gibt, werden künftig nur noch zwei volle Pfarrstellen übrig bleiben. In Louisendorf wird es nach dem neuen Bemessungsschlüssel eine halbe Pfarrstelle, in Frankenau und Geismar jeweils eine Dreiviertel-Pfarrstelle geben. Wie das letztlich praktisch umgesetzt wird, diskutieren wir gerade.

Werden die Pfarrstellen sofort neu angepasst und kommt es zeitnah auch zu Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden? 

Hegmann: Nein, das passiert noch nicht sofort. Aber aufhalten können wir das nicht. Die Kirchengemeinden haben nach den Vorgaben der Landeskirche bis 2017 die Möglichkeit, freiwillige Zusammenschlüsse einzugehen. Solange ein Pfarrstelleninhaber auf einer Stelle ist, wird bis dahin nichts verändert. Danach behält sich die Landeskirche vor, einzugreifen. Ich kann nicht sagen, ob mit dem Ruhestands-Eintritt des Pfarrers Heinrich Giugno zum 1. Januar 2016 die Pfarrstelle wieder neu besetzt wird.

Was wären denkbare Varianten, damit die Kirchengemeinde-Mitglieder in Frankenau, Louisendorf und Geismar auch nach der Neubemessung eine ausreichende und gute Versorgung mit Pfarrern vorfinden? 

Hegmann: Das ist nicht einfach zu regeln, da stehen wir vor einer großen Herausforderung. Ich unterstütze den Weg der Landeskirche. Wenn es Gemeinden im Kirchenkreis gibt, die immer mehr Mitglieder verlieren, muss dort die Versorgung wohl oder übel angepasst werden, damit alle Kirchengemeinden letztlich wieder gleich behandelt werden. Das ist nur fair. Für Frankenau, Louisendorf und Geismar wurde unter anderem auch eine pfarramtliche Verbindung diskutiert. Das bedeutet: Alle Kirchengemeinden bleiben in ihrer jetzigen Form erhalten. Für Frankenau, Louisendorf und Geismar wird es dann aber insgesamt nur noch zwei volle Pfarrstellen geben.

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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