Glanzvolles Jubiläumskonzert des Chors Dynamis mit „Mountbatten Brass“

Kunst und Musizierfreude

Anerkennung: Ulrich Platt dankte am Schluss allen Mitwirkenden, insbesondere Alexandra Wenzel für ein Solo.

Battenberg. Mit einem kunstvollen, inhaltlich weiträumigen Konzert der Meisterklasse feierte am Wochenende in der katholischen Kirche Sankt Marien Battenberg der gemischte Chor „Dynamis“ sein 25-jähriges Bestehen.

Unter der Leitung von Karl-Heinz Wenzel stellten dabei die 27 aktiven Sängerinnen und Sänger erneut unter Beweis, dass sie mit ihren gut ausgebildeten Stimmen, einem breit angelegten Repertoire und deutlichem Bezug zur Moderne zu den Spitzenchören der Region gehören. Die Zuhörer dankten am Schluss mit großer Begeisterung und stehendem Beifall.

Musikalische Gratulanten beim Jubiläumskonzert waren die Mitglieder von „Mountbatten Brass“, ein seit fünf Jahren bestehendes Blechbläserquintett in klassischer Besetzung mit Peter Becker (Trompete und Leitung), Timo Wienbrandt (Trompete), Tristan Mitschke (Posaune), David Zeisler (Horn) und Jörg Bomhardt (Tuba).

Anregende Hörerlebnisse

Sie sorgten im Wechsel mit den Chorstücken für anregende Hörerlebnisse vor allem dadurch, dass sie vertraute Vokalwerke verschiedener Epochen auf eine abstrakte Instrumental-Ebene hoben (Beispiel: Gabriellas Song aus „Wie im Himmel“) und damit Klangstrukturen sichtbar machten, die man vorher noch nie so wahrgenommen hatte.

Dabei gefielen besonders die wunderbaren Legato-Trompetenlinien auf dem sicheren Fundament der tiefen Blasinstrumente. Die Turandot-Arie „Nessun Dorma“ von Puccini/Marlat geriet Mountbatten Brass zu einem spannungsvollen, höchst farbenprächtigen Bläser-Crescendo.

Wieder einmal machte der Jubiläumschor „Dynamis“ seinem Namen alle Ehre: Seine Dynamik wird nicht nur in sauber inszenierten Takt-, Tempo- oder Lautstärkewechseln sichtbar, sondern durchgängig in der musizierfreudigen Grundhaltung und dem Mut zum Anspruchsvollen. Beides zeichnet diesen Chor aus und hat durch Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel immer wieder neue Impulse erhalten, wie auch Marga Arnold als Programm-Moderatorin betonte. Deutlich wurde dies bei rhythmusbetonten Pop-Stücken wie „Parkplatzregen“ (Oliver Gies) ebenso wie geschickt arrangierten Volksliedbearbeitungen („Ein Jäger längs dem Weiher ging“).

Das Klangbild von Dynamis wird ganz wesentlich von den ausdrucksstarken, präzise ansprechenden Frauenstimmen mit bestimmt. Der Chorleiter gab ihnen mit Willy Sendts „Wie heimlicher Weise“ einen Soloauftritt; bei „Black Orpheus“ brillierten hingegen die Männer, am Klavier begleitet vom Frankenberger Kantor Daniel Gárdonyi. Dem Song „Yesterday“ im Satz von Gustav Gunsenheimer verlieh Dynamis ungemein ausgeprägte Melancholie - so anrührend war der Beatles-Klassiker lange nicht mehr zu hören.

Glanzvolle Schlusspunkte

Musikalisch glanzvolle Schlusspunkte des Jubiläumskonzerts waren „Wie kann es sein“ von den Wise Guys, das in perfektem Schwedisch gesungene „Nocturne“ von Anders Öhrwall und „La Nuit“ mit einem feinen Solo von Alexandra Wenzel.

Optisch mischten sich am Ende die Kerzen der an den Altarstufen verteilten Mitwirkenden ins Klangbild; in das Schlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ stimmte das Publikum selbst mit ein.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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