Adventszeit in Haina

Kunst, Nostalgie und ein Weihnachtsbuch

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Passend zur Weihnachtszeit schmückt ein Bild der Marburger Künstlerin Miltraud Menzel-Kräling die Winterkirche. Pfarrer Dr. Jörg Mosig wird das Motiv – Josef und Maria mit Jesus und Engel – zum Thema seiner Predigt am Sonntag machen. Fotos: Andrea Pauly

Haina (Kloster) - Ein neues Gemälde am Altar, ein ganz besonderes Fotobuch und nostalgische Weihnachtskarten machen die diesjährige Adventszeit in Haina besonders. Engel setzen farbige Akzente in der Winterkirche.

Gleich mehrere Aktionen hat die Kirchengemeinde für die Adventstage vorbereitet. So sind ab sofort drei Bilder der Marburger Künstlerin Miltraud Menzel-Kräling im Refektorium (Winterkirche) zu sehen. Das größte zeigt einen einzelnen Engel, ein weiteres den Erzengel Michael im Kampf gegen das Böse. Das dritte Motiv passt besonders gut in die Vorweihnachtszeit: Es zeigt Maria und Josef mit dem Neugeborenen und einem Engel.

Die Engel sind ein wichtiges Thema für die Künstlerin und Schwerpunkt einer großen Ausstellung, mit der sie ab Pfingsten in der Klosterkirche gastiert. Das Werk mit dem Bildnis der Heiligen Familie ist kurzfristig entstanden: Dafür hat die 64-Jährige mehrere Schichten Acrylfarbe auf Leinen aufgetragen und die Konturen dann mit einem scharfen Messer freigelegt.

Pfarrer Dr. Jörg Mosig freut sich über die farbige Bereicherung für die Winterkirche - vor allem, weil Engel aus der Weihnachtszeit nicht wegzudenken seien.

Nicht wegzudenken sind auch die traditionellen Krippenspiele. Im vergangenen Jahr gab es das in Haina in einer ganz besonderen Form: Die Kinder des Kindergottesdienstes erzählten die Weihnachtsgeschichte als „Fotostory“, die im Kellerwalddorf spielte. Daran wirkten außer ihnen selbst auch zahlreiche Passanten und Hainaer „Prominente“ mit.

So verteilte die Briefträgerin die guten Nachrichten auf der ganzen Welt, Apothekerin Ursula Grote half Maria und Josef mit Windeln für das Kind aus und Ortsvorsteher Gerhard Bornscheuer musste als Herodes herhalten - mit ungewohnt unfreundlicher Miene, einer Ananas als Reichsapfel und Zylinder in Ermangelung einer Krone. Auch die Hainaer Gastwirte­ spielten eine Rolle in dem Stück. Florian Happel dokumentierte diese etwas andere Weihnachtsgeschichte mit Fotos.

Die fertige Bildergeschichte wurde als Präsentation anstelle eines Krippenspiels gezeigt und stieß auf große Begeisterung. „Und dann hat es uns das ganze Jahr einfach nicht losgelassen“, berichtet Jörg Mosig. Unter dem Titel „Weihnachten in Haina“ hat Sandra Seitz in mühevoller Arbeit aus den Bildern ein Fotobuch erstellt und mit den passenden Texten versehen. Auch ein Foto der neuen, handgefertigten Hainaer Krippe hat darin einen Platz gefunden.

Ein bisschen historisches Flair verbreiten auch in diesem Jahr wieder Weihnachtskarten mit einer alten Ansicht des Klosters von Haina. Der Druck ist eine Wiederauflage einer beliebten Weihnachtskarte aus den 1950er-Jahren, die den Blick auf die Alte Pforte und die Klosterkirche zeigt. Das historische Erinnerungsstück kostet einen Euro pro Klappkarte. Mit dem Erlös wird die Klinikseelsorge an der Vitos Klinik in Haina unterstützt.

Das Buch wie auch die Weihnachtskarten sind beim Weihnachtsmarkt im Kloster am Samstag erhältlich (siehe Bericht auf der folgenden Seite). Wer dort kein Glück mehr hat, kann das Fotobuch noch bis zum 8. Dezember im Pfarramt unter Telefon 06456/345 zum Selbstkostenpreis von 20 Euro bestellen. Dort gibt es auch die historischen Weihnachtskarten.

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