Allendorf

Kunstvoller Grabstein zur Erinnerung

- Allendorf (Eder) (ied). An den einstigen Allendorfer Bürger Johann Heinrich Arnold erinnerte der Stein, der zu den ältesten noch erhaltenen Grabmalen des Friedhofs gehörte. Der Battenberger Steinmetz Adam Kahler hat ihn restauriert.

Mit einem Festakt und einem Gottesdienst ist ein Grabstein aus dem 19. Jahrhundert für einen früheren Allendorfer Bürger seiner künftigen Bestimmung als kulturgeschichtliches Denkmal an seinem neuen Standort bei der alten Kirche übergeben worden. Der Stein aus dem Jahre 1868 erinnert an Johann Heinrich Arnold, der im Jahre 1802 geboren wurde und 1867 verstarb. Er war ledig und wohnte am Goldberg.

Der Kulturförderkreis wurde schon vor 20 Jahren auf den kunstvoll gestalteten alten Stein aufmerksam, der in der Nähe des Haupteingangs des Allendorfer Friedhofs einer der ältesten noch erhaltenen Grabsteine war. Der Verein brachte ihn zunächst in der alten Kirche unter. Eine Entschlüsselung der Inschriften zu beiden Seiten des Steins wurde wieder aus dem Auge verloren.

In diesem Jahr ergriff Heimatforscher Walter Sellmann zusammen mit dem Bildhauer und Steinmetz Adam Kahler aus Battenberg die Initiative, den Stein zu restaurieren. Es seien spannende Stunden und Tage gewesen, als Buchstabe für Buchstabe und Wort für Wort in Kahlers Werkstatt wieder lesbar wurden, sagte Sellmann. Kulturförderkreis, Gemeinde und Kirchengemeinde entschieden sich, den restaurierten Stein vor der alten Kirche aufzustellen und um eine Infotafel zu ergänzen.

Nach der feierlichen Enthüllung des Steins und der Tafel durch Bürgermeister Claus Junghenn gab Walter Sellmann in der Kirche Informationen zum Stein und seiner Inschrift und illustrierte seine Ausführungen mit Fotos.

Ernst Gasse aus Battenfeld hatte Sellmann bei Nachforschungen in alten Kirchenbüchern geholfen. Johann Paul Arnold und Anna Gertraud geborene Draute aus Allendorf waren die Eltern, Heinrich Wickenhöfer aus Osterfeld und „Helena, Conrad Heßen Ehefrau“ aus Allendorf die Paten von Johann Heinrich Arnold. Im Sterberegister wurde sein Tod im Jahre 1867 von den beiden „Ortsbürgern und Ackermännern“ Jakob Strieder und Friedrich Strieder sowie von Pfarrvikar Heinrich Korndörfer bezeugt. Wo Arnold am Goldberg wohnte, ist unbekannt. Möglicherweise ist er vermögend gewesen und hat sich deshalb einen so kunstvollen Stein leisten können.

Denkbar ist aber auch, dass er für den Grabstein alle seine Ersparnisse zusammenhielt. Für ihren „Wohl geliebten Unkel“ wünschten Nachkommen auf der Rückseite des Steins: „Ruhe wohl in deinem Grabe, schlafe wohl in deiner Gruft, bis am Auferstehungstage dich dein Heiland wieder ruft“.

Im Festgottesdienst in der mit etwa 100 Besuchern voll besetzten alten Kirche thematisierte Pfarrer Gerald Rohrmann den Bibelspruch zur Beerdigung Arnolds aus dem Paulus-Brief an die Thessalonicher und las aus dem Buch „In der Nachfolge leben“. Es wurde geschrieben von einem Pfarrer aus der Rhön, der ebenfalls Johann Heinrich Arnold hieß.

Rohrmann ging auch auf die Steininschriften ein. Er zog als Fazit, dass die Botschaften auf dem Stein der Nachwelt Gedanken mitgäben, auch wenn man über den Verstorben selbst nicht viel wisse. Auf einem Liedblatt zum Gottesdienst waren, wie auf der Infotafel, die Vorder- und Rückseite des Grabsteins abgebildet.

Kommentare