Pferd statt Motorrad: Mit der Kutsche zu McDonald's

Trab-in statt Drive-in: Der Löhlbacher Kutschenfan Meinhardt Möller und seine Familie fahren mit Pferd und Wagen bei McDonald's in Fritzlar vor, um sich am Außenschalter Pommes und Burger zu holen. Foto: nh

Löhlbach. Meinhardt Möller verkaufte sein Motorrad für ein Pferd. Nun hat er vier Tiere und Pferdekutschen für jeden Anlass. Er fährt damit sogar zum Schnellrestaurant.

Dass Meinhardt Möller (58) einmal ein leidenschaftlicher Kutschen- und Pferdefan werden würde, das war vor 15 Jahren noch nicht absehbar. Als der Krankenpfleger der damals 13-jährigen Tochter Lisa ein Pony kaufte - den Island-Welsh-Mix Merlin - war er selber Harley-Fahrer und hatte Angst vor Pferden.

Doch das änderte sich schnell. Er machte den Basispass in Pferdekunde, um zu wissen, was ein solches Tier braucht. „ Und der Umgang mit Merlin gefiel ihn so gut, dass er sogar sein Motorrad gegen einen weiteres Pferd, einen Haflinger, eintauschte. „Vom Eisenpferd zum Hafervergaser“, sagt er scherzend. Mittlerweile hat die Familie vier Pferde.

Schnell bekam er Lust, Kutsche zu fahren. Da er keine besaß, beschloss der Löhlbacher kurzerhand, sich eine zu bauen. Als gelernter Kfz-Mechaniker hat er das technische Wissen. Er malte eine paar Pläne und legte los.

Drei selbstgebaute Kutschen stehen aktuell auf seinem Hof: ein Planwagen, eine Wagonette und ein sportlicher Marathonwagen, „der Schlammkratzer“, wie Möller ihn nennt. Insgesamt hat er mittlerweile schon 15 verschiedene Kutschen gebaut, darunter sogar römische Kampfwagen, und mehrere Schlitten.

Neben den neuen Fahrzeugen liebt er auch historische Kutschen. Derzeit nennt er einen Landratswagen aus dem Jahr 1900 sein Eigen, mit dem er ab und zu Brautpaare an der Kirche abholt, und einen Doktorwagen aus dem Jahr 1917. Beide hat er renoviert. Alle fünf Kutschen sind technisch auf dem neusten Stand und dadurch verkehrstauglich.

Mittlerweile sind er und seine Familie rund 2000 Kilometer jährlich mit den Kutschen unterwegs - in der Umgebung von Löhlbach ebenso wie in der Lüneburger Heide. Sie unternehmen Ausflüge an den Edersee - im Sommer dürfen die Pferde sogar darin schwimmen - oder zu McDonald’s in Fritzlar. Mühelos bewegte er die Pferde durch den Drive-In-Weg.

„Unsere Tiere sind tiefenentspannt. Sie lassen sich von Verkehr und Lärm nicht aus der Ruhe bringen“, schildert er.

Löhlbacher hat Pferde und Gespanne für jeden Anlass

Quelle: HNA

Kommentare