Antrag von SPD und BLLFB auf Einrichtung einer U-3-Gruppe fand keine Mehrheit

Laisa bleibt eingruppig

Laisa/Frohnhausen. Der Kindergarten Laisa bleibt vorerst eingruppig, erhält aber für 90 000 Euro einen Anbau, um die bereits laufende Betreuung von Kindern unter drei Jahren zu verbessern. Das hat das Battenberger Parlament am Donnerstag beschlossen.

Mit 11 zu 17 Stimmen abgelehnt wurde dagegen ein gemeinsamer Antrag von SPD und der Ortsteile-Bürgerliste mit dem Ziel, eine zweite Gruppe für U 3-Kinder für 258 000 Euro in Laisa zu bauen. Ebenfalls keine Mehrheit fand Werner Strieder (BLLFB) mit seinem Vorstoß, bei Ablehnung einer „richtigen“ U 3-Gruppe nicht in Laisa anzubauen, sondern die in vergleichbarer Größe bestehenden Räume des Kindergartens Frohnhausen zu nutzen.

Strieders Antrag sei der Versuch, „das ganze Rad zurückzudrehen“, kritisierte Dr. Andreas Salzmann (CDU). Der Bürgerlisten-Politiker aus Frohnhausen hatte erklärt, bei Realisierung des Magistrats-Vorschlages bleibe „alles beim Alten“ – abgesehen davon, dass 90 000 Euro ausgegeben werden. „Das sind ja auch Steuergelder – und nicht Spenden von irgendeinem Ölscheich“, betonte Strieder.

Aus pädagogischen Gründen warb SPD-Fraktionschef Heinz-Günther Schneider für eine eigenständige U 3-Gruppe. Zwei Jahre alte Kinder in eine Gruppe von Drei- bis Sechsjährige zu integrieren, sei „enorm schwierig“ und kaum zu leisten, sagte Schneider. Keine Chance sah der SPD-Fraktionschef für den Vorschlag, eine U3-Gruppe in Frohnhausen einzurichten. „Eine solche Gruppe ist auf eine Beschickung aus der Kernstadt angewiesen“, stellte Schneider fest. Frohnhausen sei vielen Eltern dann zu weit.

Die Bürgerliste Battenberg werde einem Ausbau des Kindergartens Laisa nicht zustimmen, weil „wir bereits ein tolles Angebot in der Kernstadt haben“, sagte Günter Wack.

Schließung in Frohnhausen

Bestandteil des nun gefassten Beschlusses ist es auch, den eingruppigen Kindergarten Frohnhausen zum Ende des Kindergartenjahres 2010/2011 – also in einem Jahr – zu schließen.

Erzieherinnen, Eltern, Ortsbeiratsmitglieder und Vertreter der evangelischen Kirche als Träger hatten sich in vielen Gesprächen darauf verständigt, den Kindergarten Laisa auszubauen und so zumindest einen „Kindergarten im Dorf“ zu erhalten.

Unter der Voraussetzung, dass die Frohnhäuser Erzieherinnen in Laisa weiterbeschäftigt werden, hatte dieser Runde Tisch auch einer Schließung des Kindergartens Frohnhausen zugestimmt. „Das war ein Kompromiss und wäre auch ein Signal nach außen gewesen“, bedauerte SPD-Sprecher Heinz-Günther Schneider. Wenn in Laisa keine zweite Gruppe eingerichtet werde, bedeute das „mittelfristig den Tod“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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