Frankenberger Polizeistation wird erweitert und saniert

Land investiert 2,2 Millionen Euro

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Stationsleiter Erster Polizeihauptkommissar Ottmar Vöpel in der früheren Werkstatt, die zu Duschen und Umkleiden umgebaut wird. Die eigentliche energetische Sanierung startet erst im Frühjahr 2015.Fotos: Mark Adel

Frankenberg - Nach mehr als 50 Jahren wird die Frankenberger Polizeistation grundlegend saniert. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Energieeinsparung. Das Land investiert 2,2 Millionen Euro.

Die Sanierung war überfällig, denn: „In der Liegenschaft lag ein beträchtlicher Bauunterhaltsstau vor“, sagte Renate Gunzenhauser vom Hessischen Immobilienmanagement auf FZ-Anfrage. Die Landesbehörde leitet die Sanierung der Polizeistation.

Im Oktober haben die Arbeiten an der Breslauer Straße begonnen. Die seit mehreren Jahren nicht mehr betriebene Werkstatt im Erdgeschoss wird zu Umkleide- und Sanitärräumen umgebaut. Bislang lagen Duschen und Umkleiden weit auseinander. Dadurch frei werdende Zimmer in der Polizeistation werden ausgebaut und modernisiert, auch das Archiv wird verlegt. Dadurch erhält die Polizeistation unter anderem einen neuen, modernen Besprechungsraum.

Photovoltaik, Pelletkessel und neue Fenster Im Frühjahr 2015 beginnt die energetische Sanierung, die den größten Teil der Investition von rund 2,2 Millionen Euro ausmacht. Dann werden die Außenwände mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet. Eine weitere Maßnahme ist die Erneuerung der Dachdeckung mit Dämmung der Dachfläche. Auch die Kellerdecke wird gedämmt. Der Austausch von Fenstern und Außentüren ist ebenfalls vorgesehen.

Noch bis Oktober 2015 müssen die 48 Mitarbeiter unter den Einschränkungen arbeiten, die eine solche Baustelle mit sich bringt. Für Wärme sorgt künftig eine neue Pelletkesselanlage, auch die Heizkörper sollen ausgetauscht werden. Vorgesehen ist der Einbau einer Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Auch Strom wird eingespart: Dazu soll die Erneuerung der Leuchten mit präsenz- und tageslichtabhängiger Regelung beitragen. Die nötige Energie kommt aus einer Photovoltaik-Anlage. Das Gebäude erhält einen behindertengerechten Zugang und eine Behindertentoilette.

„Durch die Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen wird der Neubaustandard um 50 Prozent unterschritten“, erklärte Renate Gunzenhauser. Die Behörde leitet die Sanierung. Für den Bereich Wärme werde CO2-Neutralität erreicht: Jährlich werden 27 Tonnen CO2 eingespart, die Energiekosten um etwa 17?000 Euro gesenkt – schließlich wird die Polizeistation an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr genutzt. Trotz der hohen Kosten für die Sanierung wäre ein Neubau nicht günstiger gewesen, merkte Gunzenhauser an: „Aufgrund des Umfangs der notwendigen Sanierungsmaßnahmen erfolgte eine Untersuchung der immobilienwirtschaftlichen Handlungsalternativen“, sagte sie. „Die Kosten der energetischen Sanierung sowie die Beseitigung des Bauunterhaltungsstaus sind wesentlich geringer als die Kosten für die vergleichbare Abbruch- und Neubaumaßnahme.“ Die Umsetzung der energetischen Sanierung sei zudem wirtschaftlich vorteilhaft.

Die Polizeistation ist 55 Jahre alt, vor fünf Jahren war das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert worden. (da)

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