Grüttner: Weichen für die Sicherung der pflegerischen Versorgung gestellt

Land wirbt Pflegekräfte aus Spanien an

Frankenberg - Die Hessische Landesregierung initiiert gemeinsam mit der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit einen Modellversuch, in dem Fachkräfte aus Spanien für den Pflegesektor in Hessen angeworben werden. Dies kündigte Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am Samstag bei der Landesversammlung des DRK-Landesverbandes Hessen in Frankenberg an.

„Damit stellen wir eine wichtige Weiche, um dem Fachkräftemangel im Pflegebereich entgegen zu wirken und zu einer Entlastung der Pflegenden sowohl im stationären als auch im häuslichen Bereich beizutragen“, betonte der Sozialminister.

Stellen auch für Marburg

Erste Gespräche zur Gestaltung des Modellversuchs führt der Sozialminister mit Wirtschaftsminister Florian Rentsch nächste Woche in Madrid. „Zunächst sollen 100 Arbeitsstellen im Bereich der ambulanten Altenpflege sowie in Altenpflegeeinrichtungen in den Regionen Marburg und Umgebung, Offenbach und Umgebung sowie Wiesbaden und Umgebung für Fachkräfte aus der Autonomen Region Madrid bereit gestellt werden“, erklärte Grüttner. Zur Unterstützung des Modellversuchs wird die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit für gewerbliche und freie gemeinnützige Träger von ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen am 20. November in Madrid eine Jobbörse „Gesundheitswesen“ organisieren.

Bereits im Juni hatte die Landesregierung die Deckelung der Schulplatzförderung in der Altenpflegeausbildung ausgesetzt, um dem Fachkräftebedarf in der Altenpflege zu begegnen. „Die Nachfrage nach Berufen im pflegerischen Bereich wird immer größer, so dass die Landesregierung ein Zeichen gesetzt hat und sich mit der Aufhebung der Deckelung sowohl für die älteren Menschen und eine sichere Pflege als auch für die jungen Menschen und ihre Aussichten auf einen gesicherten Arbeitsplatz eingesetzt hat“, betonte der Sozialminister.

Das Land habe den Ansatz für die Schulplatzförderung im Schuljahr 2012/2013 auf mehr als 21,8 Millionen Euro erhöht. Nun habe jeder Bewerber die Möglichkeit einen durch das Land geförderten Schulplatz zu erhalten. „Die Aufhebung der Deckelung der Schulplatzförderung in der Altenpflegeausbildung war ein Schritt in die richtige Richtung, den die Zahl der Schüler in der Ausbildung stieg von 4000 auf 4832“, erläuterte der Minister.

Neue Zielgruppen im Fokus

Auch das Hessische Altenpflegegesetz, das bis zum 31. Dezember 2012 befristet ist, werde geändert und den neuen Bedürfnissen und Herausforderungen im Bereich der Pflege angepasst. „Wir planen, durch die Änderung die Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen zu erleichtern, Berufserfahrungen in der Pflege auf die Altenpflegehelferausbildung anrechenbar zu machen sowie die Möglichkeiten zu schaffen, neue Ausbildungskonzepte zur Nachqualifizierung und Erschließung neuer Zielgruppen zu erproben.“

Nationale Herausforderung

Darüber hinaus setze sich das Land im Rahmen der Debatten zur Pflegereform und zur Einführung einer bundesrechtlich geregelten gemeinsamen Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege dafür ein, dass die Refinanzierungsbedingungen für die Kosten der Ausbildung auf solide und mit der Krankenpflege vergleichbare Säulen gestellt werden, kündigte der Sozialminister an. „Angesichts der nationalen Herausforderung, die mit dem steigenden Fachkraftbedarf verbunden ist, können die Kosten für die notwendige Ausweitung der Ausbildungskapazitäten nicht einseitig von den Ländern und Leistungserbringern sowie den Patienten getragen werden. Der Bund sollte im Rahmen der Pflegeversicherungsreform die Einführung einer Finanzierungsregelung für die Altenpflegeausbildung prüfen.“ (rou/r)

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