Gemündener Fußballer blicken auf bewegte, aber erfolgreiche Geschichte zurück

Landesliga knapp verpasst

Alte Zeiten: Die 2. Senioren-Fußballmannschaft des TSV Gemünden von 1982 mit (stehend von links) Wilfried Schneider, Wilfried Lingelbach, Konrad Gleim, Fred Lauhoff, Norbert Schmidt, Klaus Mattheis, Herbert Battenfeld, Ludwig Engelmohr, Horst Lerch sowie (vorne) Bertram Klute, Willi Bornmann, Gerhard Oehlmann, Uwe Bornmann und Karl-Heinz Köhler. Repro:  Ochs

Gemünden. Die Zeitrechnung der Fußballer in Gemünden begann im Jahr 1920: Damals gründeten 18 junge Männer den Fußball- und Wanderclub Gemünden, der später in den Sportverein umbenannt wurde. Nun feiert der verein sein 90-jähriges Bestehen.

Anfangs wurde auf einem provisorisch hergerichteten Platz auf dem „Entenpfuhl“ gespielt. Die Spielregeln wurden aus Marburg übermittelt, und erste Freundschaftsspiele wurden ausgetragen. 1923 trat der Verein dem „Wohratal-Spielverband“ bei, auf der Aue wurde ein neuer Sportplatz gebaut – dort spielt der TSV noch heute. Der Verein wurde größer und die Erfolge häuften sich, deshalb wurde der Beitritt zum „Westdeutschen Spielverband“ beschlossen.

In den 30er-Jahren schaffte der Verein den Aufstieg in die Bezirksklasse, bis der Zweite Weltkrieg das Vereinsleben lahm legte. 1945 war ein Neubeginn für alle. Der 1888 gegründete Turnverein und der 1920 gegründete Fußball- und Wanderclub schlossen sich zum Turn- und Sportverein 1888/1920 zusammen. Initiatoren waren damals Friedrich Bornmann, Fritz Gleim, Willi Plaag, Andreas Gleim, Erich Fett und Willi Gleim. Fritz Gleim wurde Vorsitzender.

Es gab zwei Damen- und zwei Männerriegen sowie Schülerturnen. Bei den Fußballern war es noch ein Staatsakt: Holz für die Tore zu beschaffen war schwierig, die Spiele bedurften einer besonderen Genehmigung und Gruppenbeförderung war verboten.

Abstieg im Jahr 1956

Nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse 1956 war der TSV Gemünden auf den vorderen Tabellenplätzen der A-Klasse zu finden. Als 1965 die Spielklassen neu eingeteilt wurden, spielte der TSV in der A-Klasse Nord. Bis zum Ende der Saison 1972/73 konnte diese Klasse gehalten werden, bevor der Abstieg in die B-Klasse besiegelt war. Jahre des Auf- und Abstiegs folgten, bevor die Fußballer der Wohrastadt in der Saison 1982/83 in die Bezirksliga aufstiegen.

Auch hier fand sich der TSV auf vorderen Tabellenplätzen und verpasste den Aufstieg in die Landesliga denkbar knapp. Doch nach fünf Jahren stand erneut die Spielsaison in der A-Klasse an.

2009 Relegation verloren

Ab der Saison 1989/90 spielte die 1. Mannschaft der Gemündener Fußballer bis 2004 erfolgreich in der Bezirksliga. In der Saison 2008/2009 scheiterte der TSV in der Aufstiegsrelegation zur Bezirksliga, dadurch konnte auch die 2. Mannschaft nicht an der Relegation zum Aufstieg in die A-Klasse teilnehmen.

Heute ist die Fußballabteilung mit ihrem Vorsitzenden Dirk Rief auf sieben Jugendmannschaften, von der G- bis zur A-Jugend, zwei Seniorenmannschaften und eine Altherrenmannschaft sehr stolz. Derzeit spielt die 1. Mannschaft des TSV Gemünden in der Kreisliga A Frankenberg und die 2. Mannschaft in der Kreisliga B Frankenberg. Die Gemündener Fußballabteilung hat heute mehr als 350 Mitglieder.

Von Jutta Ochs

Quelle: HNA

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