Holzhausen: Ziel ist Baubeginn in diesem Jahr

Landeszuschuss für neuen Sportplatz

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Hatzfeld-Holzhausen - Aus rot wird grün: Noch in diesem Jahr soll der alte Hartplatz am Dorfrand von Holzhausen zu einem Rasensportplatz umgebaut werden. Der Verein hofft nicht nur auf Zuschüsse, sondern auch auf Spenden und tatkräftige Hilfe.

Bewilligungsbescheide verschickt die Landesregierung ungern mit der Post: Professor Heinz Zielinski reiste im Auftrag des Innenministeriums ins Obere Edertal, um die Zusage über 50.000 Euro abzugeben. Der Vorsitzende des TSV Holzhausen, Alexander Blank, nahm den Bescheid entgegen. Mit dabei waren weitere Mitglieder des Vereins, die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg (CDU), Bürgermeister Uwe Ermisch (SPD), Stadtrat Gerhard Siarkowski und Ortsvorsteher Oliver Zissel.

Ein eineinhalb Jahre altes Gutachten beziffert die Kosten für den Sportplatz auf etwa 168.000 Euro, sagte Alexander Blank. Faktisch handele es sich um einen völligen Neubau, denn der alte Sportplatz werde bis auf die darunterliegenden Felsen abgetragen. Unter anderem müssen Drainagerohre neu verlegt werden, denn Wasser muss vom darüberliegenden Hang am Platz vorbeigeleitet werden.

Der Zustand des Sportplatzes ist seit Jahrzehnten ein Dauerthema. „Ich bin seit 24 Jahren Bürgermeister, und seitdem beschäftigt mich das“, sagte Bürgermeister Uwe Ermisch. Seit Jahren sind die Ränder des Platzes mit Gras überwachsen, der eigentliche Tennenplatz ist nur noch in der Mitte sichtbar.

Seit zwei Jahren trainieren die Jugendmannschaften dort nicht mehr, und im vergangenen Jahr weigerte sich ein Schiedsrichter, ein Seniorenspiel anzupfeifen. Immer öfter weichen die Fußballer auf den Rasenplatz des SV Reddighausen aus, mit dem der TSV Holzhausen eine Spielgemeinschaft bildet.

Der TSV erwartet auch noch jeweils zehn Prozent von Stadt und Landkreis, also jeweils etwa 16.000 Euro, sowie knapp 6000 Euro vom Landessportbund. Er stehe zu seiner Zusage, betonte Uwe Ermisch: „Trotz des Schutzschirms.“ Der macht es der Kommune künftig schwer, Geld für freiwillige Leistungen auszugeben, denn Hatzfeld hat sich in einem Vertrag mit dem Land zum Sparen verpflichtet.

Er schlug vor, die nicht gedeckten Kosten von voraussichtlich etwa 40.000 Euro über ein Darlehen zu finanzieren, für das sich die Stadt verbürge. „Schön wäre es, wenn es dann auch sportlich weiter nach vorne ginge“, sagte der Bürgermeister schmunzelnd. Die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg betonte, dass vor allem Jugendliche eine Motivation bräuchten. „Ohne Sportstätten macht Sport keinen Spaß.“ Für Holzhausen sei der Zuschuss „eine gute Investition“.

Nach Angaben von Heinz Zielinski wird das Programm „Sportland Hessen“, aus dem der Zuschuss kommt, jährlich mit fünf Millionen Euro gefüllt. Hartplätze seien nicht mehr populär und würden vor allem Jugendliche abschrecken: „Da wird man die Hautabschürfungen das ganze Jahr nicht los.“ Die Sportvereine müssten aber attraktiv bleiben, um jüngere Menschen zu gewinnen.

Die Mitglieder des TSV mussten auf die Zusage warten: Der Antrag war gleich zweimal im Sportamt des Landkreises verlorengegangen, berichtete Bürgermeister Ermisch.

Laut Alexander Blank soll mit dem Bau möglichst schnell begonnen werden. Ziel sei die Fertigstellung noch in diesem Jahr. Blank hofft auf Helfer aus dem Dorf, außerdem will der Verein um Spenden werben.

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