Junge Leute diskutieren in Laisa mit Politikern

Landjugend mischt sich ein

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Gespräche auf Augenhöhe: Im Trachtengruppenraum im Laisaer Dorfgemeinschaftshaus diskutierten heimische Kommunalpolitiker mit Mitgliedern der Landjugend aus Basdorf, Haubern, Geismar, Laisa und Rosenthal.Fotos: Jörg Paulus

Battenberg-Laisa - „Kreislandjugend meets Bürgermeister“: Das Konzept ist aufgegangen. Jugendliche aus den Landjugenden Basdorf, Geismar, Haubern, Laisa und Rosenthal - haben sich in Laisa mit Bürgermeistern, dem Landrat, Stadtverordneten und Ortsbeiräten getroffen, um über Themen zu sprechen, die die Jugend in den Dörfern und die Kommunalpolitik derzeit bewegen.

Von Nachwuchssorgen in Vereinen bis zur Sperrstunde, vom Unterrichtsmodell G8 bis zu fehlenden Gruppenräumen, von der Kommunalwahl bis zur Integration von Flüchtlingen reichten die Gespräche.

Bei Bratwurst und Flaschengetränken, „ganz offen und mit wenigen Vorgaben“, wie Johanna Groß (Geismar), Beisitzerin im Vorstand der Hessischen Landjugend, es formulierte, kommen die jungen Leute im Laisaer Dorfgemeinschaftshaus schnell mit den heimischen Politikern ins Gespräch.

Landrat Dr. Reinhard Kubat ist der Einladung der Kreislandjugend Frankenberg ebenso gefolgt wie die Bürgermeister Christian Klein (Battenberg), Rüdiger Heß (Frankenberg) und Hans Waßmuth (Rosenthal), die Landjugendgruppen in ihrer Stadt haben, sowie Björn Brede (Frankenau), Claus Junghenn (Allendorf) und Frank Gleim (Gemünden). Auch Heinrich Heidel (Vorsitzender Kreisbauernverband), Heinz-Günther Schneider (Stadtverordneten-Vorsteher in Battenberg) und der Ortsbeirat aus dem Gastgeber-Ort Laisa diskutieren mit den etwa 30 Jugendlichen.

Welche Wünsche hat die Jugend, was erwarten die Politiker von ihr, welche Aufgaben hat ein Bürgermeister, wie kann sich die Dorfjugend in den Ortsbeirat einbringen? Das sind die Oberthemen, über die an vier Tischen „auf Augenhöhe“ gesprochen wird.

„Die Parteien und Bürgerlisten suchen händeringend nach jungen Leuten für die Parlamente und die Ortsbeiräte“, sagt Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn und wirbt um eine Beteiligung an der Kommunalwahl im März. „Das Wichtigste ist, dass ihr euch einmischt“, sagt Heinrich Heidel, der viele Jahre Landtagsabgeordneter war.

In Battenberg kann sich die Jugend einmischen, die Stadt hat seit einem Jahr einen Jugendbeirat, in dem junge Leute ihre Ideen vorbringen und in die Kommunalpolitik reinzuschnuppern können. „Aber nicht jede Idee lässt sich umsetzen - auch nicht jede Idee eines Bürgermeisters“, wirbt Christian Klein um Verständnis nach einem Einwand der Jugendlichen, dass ihre Vorschläge nicht immer berücksichtigt würden.

„In jedem Gremium müssen Leute sein, die den Hut aufhaben und die bereit sind, andere mitzuziehen“, sagt Claus Junghenn. „Es liegt auch in den Vereinen immer an denen, die an der Spitze stehen“, sagt am Nachbartisch auch Rüdiger Heß. „Das ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich.“ In Haubern und Geismar, den Landjugendgruppen in seiner Stadt, sieht Heß diesbezüglich keine Probleme. „Die stellen vieles auf die Beine.“ Lob von Landrat Kubat gibt es auch dafür, dass die Landjugend Brauchtum wie die Trachten als Symbole des ländlichen Raums erhalte. Ein Thema, bei dem eine Stadtverwaltung mit den Vereinen zu tun hat, sind die Räumlichkeiten, wird in einer Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern Waßmuth und Gleim deutlich. Nicht jede der fünf Landjugendgruppen, die vor allem im Volkstanz aktiv sind, hat wie Laisa einen eigenen Übungsraum im Dorfgemeinschaftshaus. „Hier ist es ganz wichtig, dass Vereine und Gruppen vernetzt sind und sich absprechen“, sagt Frank Gleim. „Die Kommunikation ist doch das große Plus im Dorf.“ (jp)

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