Gibt es bald wieder Wölfe im Burgwald?

Wenig Raum für Wolfsrudel in Waldeck-Frankenberg

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Der Wolf ist willkommen: In Rosenthal erörterte Forstamtsdirektor Eberhard Leicht (links) bei den „4. Burgwaldgesprächen“ mit den Wolfsexperten Susanne Jokisch vom Hessischen Landesamt für Naturschutz und Klaus-Ulrich Battefeld vom Hessischen Umweltministerium die Wahrscheinlichkeit, dass in Waldeck-Frankenberg wieder Wolfsterritorien entstehen könnten. Dabei wurde das vom Land Hessen vorbereitete Wolfsmanagement vorgestellt.

Waldeck-Frankenberg. Gerademal eine Wolfsfamilie könnte im großen Burgwald leben. Das stellten Experten bei einem Treffen in Rosenthal fest.

Bis jetzt sind in Hessen Wölfe nur als Einzelgänger beobachtet worden, zuletzt wurde einer im Mai bei Marburg als Verkehrsopfer am Straßenrand gefunden. „Gibt es bald wieder Wölfe im Burgwald?“ stand als Frage über einem Expertentreffen, zu dem das Forstamt Burgwald Vertreter des Naturschutzes, der Kommunen - darunter Landrat Dr. Reinhard Kubat, der Landwirtschaft und Waldbesitzer nach Rosenthal zu den vierten „Burgwaldgesprächen“ eingeladen hatte.

„Wenn der Wolf in den Burgwald kommt, dann kommt er alleine“, war die These des für den Artenschutz zuständigen Ministerialrats Klaus-Ulrich Battefeld vom Hessischen Umweltministerium. Er hat seit Jahren alle Wolfsbeobachtungen in Hessen verfolgt und an der Entwicklung eines „Wolfsmanagements“ mitgearbeitet. Er war sich mit der hessischen Wolfsbeauftragten vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, Diplom-Biologin Susanne Jokisch, darin einig, dass der Burgwald mit seiner Fläche allenfalls Raum bieten würde als „Wolfsterritorium“ für ein einziges Rudel. Wölfe leben in solchen Familienverbänden.

Während für lediglich durchziehende „Streifwölfe“ die Landschaftsform und die Besiedelung kaum eine Rolle spielen, sind für den Aufbau eines Wolfrudels Vorbedingungen notwendig. So bietet laut Battefeld generell der wenig zerschnittene, wald- und wildreiche südwestliche Teil Waldeck-Frankenbergs vom Burgwald über den Kellerwald bis nach Willingen für den Wolf eher einen Lebensraum als der stark landwirtschaftlich geprägte Nordostkreis.

Zu Beginn der Expertenanhörung wies der Burgwalder Forstamtsleiter Eberhard Leicht auf noch immer verbreitete Ängste vor dem Wolf hin. Am Ende lobte er die „Gelassenheit“, mit der dieses Thema in Rosenthal diskutiert worden sei.

Warum haben so viele Menschen Angst vorm Wolf. Wie sollte man sich bei einer Sichtung verhalten? Was sagen Interessensvertreter wie der Bauernverband zu einer Wiederansiedlung - all das in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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