Tafel und Bürgermeister sprechen über Asylanten

Landrat Kubat: "Signal mit Vorbildcharakter"

Besuch bei der „Frankenberger Tafel“: Landrat Dr. Reinhold Kubat sowie die Bürgermeister Rüdiger Hess, Frank Gleim, und Michael Kronauge, die mit dem Tafelvorstand über aktuelle Themen wie die Asylpolitik diskutierten.Foto: gi

Frankenberg - Auf Einladung des Vorsitzenden Ernst-Dieter Mankel, Pfarrer i. R., haben Landrat Reinhard Kubat sowie die Bürgermeister Rüdiger Heß aus Frankenberg, Frank Gleim aus Gemünden, und Michael Kronauge aus Hallenberg der "Frankenberger Tafel" einen Besuch abgestattet. Thema waren insbesondere die zahlreichen Asylbewerber, die immer wieder bei der Tafel anklopfen und um Verköstigung bitten.

Mankel klagte: „Wir sind damit eindeutig überfordert, da wir unter anderem auf unsere eigenen Tafelkunden Rücksicht nehmen müssen“. Ferner wollte der Vorsitzende wissen: „Was kommt noch diesbezüglich auf uns zu? Und wie lässt sich die Situation entschärfen?“ Tafel-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Wilhelm ergänzte, man wolle „niemand im Regen stehen lassen“. Aber viele der Asylbewerber wüssten wahrscheinlich nicht mit dem zugeteilten Geld umzugehen. Außerdem gebe es enorme Schwierigkeiten in der Kommunikation.

Landrat Kubat und die Bürgermeister waren sich einig, dass es grundsätzlich einzig und allein Sache des Bundes sei, für die Asylbewerber aufzukommen. Jeder Asylbewerber koste den Staat monatlich 720 Euro, davon übernimmt der Kreis 200 Euro; den Rest decken Land und Bund. Man werde sich dafür einsetzen, dass die Neuankömmlinge auch im Umgang mit „barer Münze“ geschult werden, versprach Kubat

Doch gebe es hin und wieder Unmut unter den Asylbewerbern, wusste der Landrat: „Sie wollen in die Städte und nicht in die Dörfer.“ Inzwischen hätte sich erfreulicherweise auch ein ehrenamtliches „Netzwerk für Toleranz“ gebildet und sogar eine „Sprachpatengruppe“. Aber auch der Sport sei erfolgreich in Sachen Integration.

Ehrenamtliche Idealisten

Kubat würdigte zudem die vorbildliche Handhabung der Frankenberger in dieser Angelegenheit. Es bildeten sich dort spontan zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsgruppen (FZ berichtete). „Ein Startsignal mit Vorbildcharakter“, lobte Kubat. Aber auch die Tafel bekam Lob: „Hier wird von Idealisten viel geleistet; und zwar ehrenamtlich“, sagte Bürgermeister Heß. (gi)

Die Tafel sucht weiterhin dringend Mitarbeiter. Interessierte melden sich unter Telefon 06451/408231 oder Handy 0162/2891891. Ferner ist die Organisation auf Spenden angewiesen; der Mitgliedsbeitrag beträgt zwölf Euro jährlich.

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