Frankenberg

Landratsgarten soll bald zum Flanieren einladen

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- Frankenberg (jos). Die Bauarbeiten an dem künftigen Park zwischen Landratsamt und Bahnhofstraße schreiten voran. Demnächst werden laut Bauamtsleiter Karsten Dittmar 23 junge Bäume angepflanzt.

Gerüchteweise hieß es, dass die alten Eichen vor dem Landratsamt gefällt werden sollen. Doch diese Spekulationen verwies Bauamtsleiter Dittmar auf FZ-Nachfrage ins Reich der Fabeln: „Da ist absolut nichts dran, das würden wir niemals tun.“ Wohl aber gefällt werden sollen im nächsten Jahr ein etwa 25 Jahre alter Ahornbaum und eine rund zehn Jahre alte Linde. Die beiden Bäume stehen direkt hinter dem Bauschild an der Ecke Uferstraße/Bahnhofstraße und versperren nach Ansicht der Städteplaner den Blick auf das historische Klostergemäuer. Und genau darum geht es ja bei der Umgestaltung des Landratsgartens: Das einstige Zisterzienserinnen-Kloster soll zur Straße hin geöffnet werden und weithin sichtbar sein. Außerdem soll dort, wo bislang noch die beiden genannten Bäume stehen, künftig eine Aktionsfläche Raum für einen Weihnachtsmarkt oder ähnliche Veranstaltungen bieten – allerdings frühestens ab nächstem Jahr. Auf dem gesamten Gelände des Landratsgartens sind die Bauarbeiten indessen bereits in den vergangenen Tagen gut voran geschritten. Zuletzt haben die Arbeiter bereits damit begonnen, die Wege zu pflastern. Das Gelände soll künftig parkähnlich anmuten und zum Flanieren einladen. Gesäumt werden sollen die Pfade von insgesamt 23 neuen Bäumen. Der Magistrat habe sich für japanische Zierkirschen entschieden, erklärte Dittmar auf FZ-Nachfrage. Vorteil der „Prunus Yedoensis“: Die Bäume seien pflegeleicht. Bei echten Obstbäumen würden der Stadt zu hohe Folgekosten entstehen, weil das Obst geerntet werden müsste. Da der Garten einst von den Klosterbewohnern allerdings als Obstgarten genutzt worden war, sollten es schon Obstbäume sein – deshalb die spezielle Zierkirsche. Die Bäume seien „hochstöckig und kleinkronig“, beschrieb Dittmar. Sie würden sehr schöne Blüten entfalten, aber nicht die Sicht auf das Landratsamt versperren. Der Frankenberger Biologe Peter Käufler hat indessen angeregt, über das Anpflanzen einer Baumart nachzudenken, die schon länger in Mitteleuropa beheimatet ist. Er schlägt beispielsweise Weißdorn- oder Rotdorn-Bäume vor. Die seien ebenfalls pflegeleicht und würden genauso wenig die Sicht auf das Kloster versperren wie die aus Fernost stammende Zierkirsche. „Eine heimische Art wäre einfach passender. Auch vor dem Hintergrund, dass mit viel ehrenamtlichem Engagement im Innenhof ein Klostergarten wie damals angelegt worden ist.“ Dieser Bezug zur Geschichte des Klosters sollte Käuflers Meinung nach doch auch im Landratsgarten hergestellt werden – und zwar mit einer einheimischen Baumart. Dittmar will den Vorschlag von Käufler noch einmal mit Bürgermeister Christian Engelhardt besprechen. Grundsätzlich sei der Auftrag allerdings bereits ausgeschrieben und vergeben worden – in der Umsetzungsphase dürfte es nun schwierig sein, die Pläne noch einmal zu ändern. Und außerdem, so Dittmar, seien ja explizit Obstbäume gewollt worden – wegen des historischen Bezugs zum Obstgarten des einstigen Klosters.

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